Hohe Holzerlöse werfen in Oberharmersbach Fragen zur Nachhaltigkeit der Waldwirtschaft auf. Förster und Gemeinderat sehen die Nutzung weiter im grünen Bereich.
Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung über eine grundlegende Frage diskutiert: Wie stark darf der Gemeindewald genutzt werden, ohne dass er darunter leidet? Anlass war der aktuelle Bericht zur Waldwirtschaft. Förster Hans Lehmann hatte die Zahlen für die Jahre 2022 und 2023 vorgestellt – mit überraschend hohen Einnahmen. Doch nicht alle Bürger scheinen sich darüber uneingeschränkt zu freuen. Die Menge des Holzeinschlags ruft dem Vernehmen nach auch Zweifel hervor, ob das alles noch nachhaltig ist. Die Sorge: Wird der Wald übernutzt?
Förster beruhigt: Wald wächst schneller als angenommen
Forstrevierleiter Hans Lehmann konnte diese Bedenken entkräften. Der Holzeinschlag liege insgesamt weiterhin unterhalb der Grenze, die im sogenannten Forsteinrichtungsplan festgelegt ist. Diese Planung wird alle zehn Jahre erstellt. Sie gibt an, wie viel Holz in dieser Zeit nachhaltig genutzt werden kann. Eine zusätzliche Überprüfung, eine sogenannte Zwischenrevision, habe gezeigt, dass der Wald sogar schneller wächst, als man noch vor einigen Jahren angenommen hatte. Deshalb sei der aktuelle Einschlag nicht nur erlaubt, er sei sogar sinnvoll.
Finanziell ein gutes Jahr
Auch finanziell hat sich die Holzernte gelohnt. Im Jahr 2023 erzielte der Gemeindewald einen Überschuss von fast 286.000 Euro – deutlich mehr als die geplanten 167.000 Euro. Schon 2022 lag der Gewinn mit über 314.000 Euro höher als erwartet. Der erlaubte Einschlag von 9.000 Festmetern wurde dabei in den beiden vergangenen Jahren nicht einmal voll ausgeschöpft.
Bürgermeister Richard Weith betonte dennoch, dass es beim Wald nicht allein ums Geld gehe. Der Wald sei ein wertvoller Lebensraum, ein Ort der Erholung und ein Beitrag zum Klimaschutz. „Aber wenn wir nachhaltig wirtschaften, schließt das Einnahmen nicht aus“, sagte er. Der Gemeinderat stimmte dem Vollzug des Bewirtschaftungsplans für beide Jahre einstimmig zu.
Waldumbau bringt zusätzliche Einnahmen
Neben dem Holzverkauf trägt nämlich auch der Umbau des Waldes zum Gemeindebudget bei. Wo früher reine Fichtenbestände standen, wachsen heute Mischwälder mit verschiedenen Baumarten. Für diese Umstellung erhält die Gemeinde sogenannte Ökopunkte – eine Art „grünes Guthaben“, das verkauft werden kann. Auch Ausgleichsflächen, etwa für Windräder oder Leitungen, bringen Einnahmen. Im vergangenen Jahr kamen so über 120.000 Euro zusätzlich zusammen.
Den kompletten Bericht finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.