Die Bergwelt des Dreiländerecks Österreich – Schweiz – Italien im westlichen Tirol war in diesem Jahr das Ziel des Wander- und Freizeitvereins Unterharmersbach. Markante Gebirgsketten, eindrucksvolle Routen inmitten einer zauberhaften Landschaft bildeten den würdigen Rahmen für eine erlebnisreiche Wanderwoche, von der Rosemarie Kramer berichtet.
Traumhafte Touren in der Verwallgruppe waren angesagt. Auch in diesem Jahr begleitete ein erfahrene*r Berg- und Wanderführer*in die Gruppe. Von ihm/ihr erfuhren wir Interessantes zur Region und Hintergrundgeschichten. Die An- und Abreise erfolgte mit dem Reisebus der Fa. Kasper aus Oberharmersbach. Vor Ort wurde auf die vorhandene Infrastruktur zugegriffen, was hervorragend klappte. Die Bushaltestelle war direkt vor der Hoteltür. Wie auch im Jahr zuvor konnte man zwischen der Aktiv- und der Erlebnisgruppe wählen, was die Entscheidung nicht immer einfach machte.
Tag 1: Anreise
Am frühen Sonntagmorgen ging es im Harmersbachtal los. In Gutach war dann die Reisegruppe mit 33 Wanderfreudigen vollständig. Die Anreise erfolgte auf der bekannten Route entlang des Bodensees und durch den Arlberg, mit einer Frühstückspause noch vor dem Bodensee, wo die Gruppe mit Kaffee, Sekt und Hefezopf versorgt wurde. Untergebracht waren wir in See, am Anfang des Paznauntals. Nachdem die Zimmer bezogen waren, wurden wir von unserem Wirt Christoph vom Hotel Mallaun durch den Ort geführt und mit interessanten Geschichten und Anekdoten unterhalten. Anschließend stieg man in die Medrigjochbahn und schwebte zum Hausberg, um schon mal Bergluft zu schnuppern.
Tag 2: Wanderung in See
Die komplette Gruppe fuhr am zweiten Tag wieder mit der Medrigjochbahn auf 1.800 Meter Seehöhe. Von dort wanderte man zur Versingalm. Die Erlebnisgruppe genoss hier das Alpenpanorama und wanderte auf bequemem Weg wieder zurück zur Bergbahn. Die Aktivgruppe machte sich auf zur Ascherhütte auf 2.300 Meter Seehöhe.
Tag 3: Wanderung in Galtür
Mit dem öffentlichen Nahverkehr fuhr man zum Ausgangspunkt am Kops-Stausee. Für beide Gruppen war das erste Ziel die Verbella-Alpe. Die Aktivgruppe marschierte gleich weiter zur Versalspitze auf 2.462 m. Eine anspruchsvolle Tour mit rund 14 Kilometern und 796 Höhenmetern. Die Mühe wurde mit einem herrlichen Rundblick belohnt, zum Beispiel ins Montafon mit dem bekannten Skigebiet Silvretta-Montafon und die Silvretta-Hochalpenstraße mit dem Vermuntstausee. Die Erlebnisgruppe verweilte auf der Verbella-Alpe und wanderte anschließend noch zum Wiegesee, ein Übrigbleibsel im Hochmoor aus der Eiszeit. Auch diese Tour war nicht ohne, rund 13 Kilometer lang, nur mit weniger Höhenmeter. Am Kops-Stausee konnte noch die Gedenkstätte, die für die Schwabenkinder aufgestellt wurde, besichtigt werden. Hier nahmen die Kinder Abschied von ihren Familien und traten den mühsamen Weg über das Zeinisjoch durchs Montafon in eine ungewisse Zukunft im Schwabenland an.
Tag 4: Schmuggler Tour
Am vierten Tag stand eines der Highlights im Panznauntal auf dem Programm. In den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten haben sich Schmuggler über die heutige Route geschwindelt. Heute geht das ganz legal. Mit der Bergbahn ging es von Ischgl aus hoch zur österreich-schweizerischen Grenze. Die Erlebnisgruppe »gondelte« mit den Seilbahnen bis nach Samnaun. Nach einem 20-minütigen Spaziergang war man im Ort. Die Aktivgruppe erwanderte den Schmugglerpfad über den Grenzkamm und hinunter zur nächsten Gondelstation. Man erreichte hier eine Höhe von 2.862 Metern, was sich beim Wandern ganz schön bemerkbar machte.
Die Doppelstock-Gondel nach Samnaun hinrunter interessierte natürlich alle. Eine Tal- und Bergfahrt war somit obligatorisch. Mit der »Liftschaukel« ging es zurück nach Ischgl.
Tag 5: Kappl
Dieser Tag begann mit Regen. Die Erlebnisgruppe nahm dies zum Anlass, das Alpinarium in Galtür zu besichtigen, welches Bestandteil der 345 Meter langen und 19 Meter hohen Lawinenschutzmauer ist. Da sich doch die Sonne noch zeigte, wanderte man noch ins Jamtal zur Menta-Alm. In Galtür zurück wurde die Wandergruppe von der Trachtenkapelle empfangen. In Galtür ist die Pfarrkirche »Maria Geburt« geweiht und somit war am 5. Tag der Reise in Galtür das Kirchenfest mit Prozession und Trachten, wie man es bei uns auch kennt. Die Aktivgruppe fuhr mit der Seilbahn ins Wandergebiet von Kappel. Die Niederelber-Hütte des DAV Hamburg-Niederelbe war das Ziel. Die Wandergruppe hatte das Glück zwei Bergsalamander zu sehen. Gegen Mittag verzog sich der Regen und die Wolken und es war noch ein richtig schöner Wandertag.
Tag 6: Silvretta/ Bieler Höhe
Wenn man schon im Paznauntal ist, darf die Biehler Höhe und der Silvretta-Stausee natürlich nicht fehlen. Die Silvretta-Hochalpenstraße ist ein großes Highlight im westlichen Tirol (ein Juwel der Alpen). Heute wurde für uns ein Bus gechartert. Die Gruppen teilten sich wieder auf. Die Erlebnisgruppe wanderte die 7 Kilometer um den Silvretta-Stausee. Die Aktivgruppe erklomm die Bieler Spitze (550 Höhenmeter auf 5 Kilometer Weg). Ein herrlicher Blick auf den Stausee und dramatisch Eindrücke durch die Wolkenbildung. Beim Abstieg ereilte uns der Regen. Dies tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Denn unten wartete ein warmes Restaurant und ein beheizter Bus. Die Silvretta-Fahrt wurde fortgesetzt. Über die Serpentinen ging es runter ins Montafon. Von unserem Berg- und Wanderführer erfuhren wir interessante Details über den Bau der Straße.
Nach einem Einkaufs-Stopp beim Montafoner Käsehaus ging es durch den Arlberg zurück nach See.
Tag 7: Heimfahrt
Das letzte Frühstück im Hotel Mallaun wurde genossen und wir wurden von Wirt Christoph und unserem Reiseleiter und Bergführer Tomi herzlich verabschiedet.
Doch so schnell konnten wir uns von den Bergen nicht trennen. Bei leider bedecktem Himmel und Regen führte uns der Heimweg über Zürs, Lech und den Bregenzer Wald. Ein Almabtrieb in Mellau verzögerte die Heimfahrt.
Ein herzliches Dankeschön der harmonisch zusammengewachsenen Gruppe ging an die Organisatorin und Vorsitzenden des Wander- und Freizeitvereins Iris Bruder. Die Tage werden mit Sicherheit in guter Erinnerung bleiben. Und man kann stolz sein auf das Erlebte und Geleistete. Glücklich, dass alle heil und gesund wieder zuhause angekommen sind, verabschiedete sich die Gruppe voneinander und freut sich auf ein Nachtreffen auf unserem Hausberg in der Kuhhornkopfhütte.