Trotz Sommerhitze marschierte die Unterharmersbacher Bürgerwehr mit der stattlichen Zahl von 41 Aktiven am vergangenen Sonntag mit strahlenden Gesichtern und klingendem Spiel durchs Zeller Städtle zur Stadtpfarrkirche, um nach alter Väter Sitte das Patrozinium des Stadtpatrons Symphorian zu feiern.
Nach der üblichen Ehrensalve für die Geistlichkeit nach dem Gottesdienst, ging es wieder zurück nach Unter harmersbach zu den »Klosterbräustuben«. An der Spitze Landeskommandant Hajo Böhm, der extra von Villingen gekommen war, um zusammen mit Bürgermeister Günter Pfundstein »zwei hoch verdiente« Männer der Unterharmersbacher Bürgerwehr zu ehren.
Zu Beginn der Feierstunde gab es für die Gäste und die Geehrten zur Begrüßung ein Ständchen des Spielmannszuges unter der Leitung von Gabriel Roth, wofür es riesigen Beifall gab. Hajo Böhm: »Herr Wagner und Roth sind unsere hochverdienten Jubilare, die in vier Jahrzehnten sich verdient gemacht haben. Beide haben außerordentlich viel geleistet für diese Bürgerwehr und die Bürgerwehren im Land. Ich danke Herrn Roth und Herrn Wagner ausdrücklich im Namen der 900 Kameraden im ganzen Land. Es sind Hans-Peter Wagner, Ortsvorsteher a.D., und Josef Roth als langjähriger 1. Vorsitzender und Tambourmajor.«
Unermüdlich für die Belange der Bürgerwehr eingesetzt
Wie der Landeskommandant in seiner Laudatio ausführte, habe sich Hans-Peter Wagner unermüdlich für die Belange der Bürgerwehr eingesetzt und er ist und war für sie ein ganz wichtiger Ratgeber. Er sei der Bürgerwehr immer zur Seite gestanden und habe mit guten Kontakten in der Politik vieles erreichen können.
Als das wehrgeschichtliche Museum in Rastatt ernsthaft die Vorderladergewehre einziehen wollte, weil sie »für die Museumsarbeit unersetzlich« seien, habe Wagner den damaligen Staatsekretär Robert Ruder um Unterstützung gebeten. Mit der weiteren Unterstützung von dem damaligen Ministerpräsidenten Hans Filbinger gelang es, dass die Vorderladergewehre mit Brief und Siegel Eigentum der Bürgerwehr Unterharmersbach wurden.
Darüber hinaus schrieb Hans-Peter Wagner die Chronik der historischen Bürgerwehr Unterharmersbach e.V. und war bei Heimatfesten unersetzlicher Ratgeber. Auf einstimmigen Beschluss des Landeskommando der Bürgerwehren und Milizen Baden-Südhessen heftete Hajo Böhm Hans-Peter Wagner die höchste Ehrung für Zivilisten, die Ehrennadel in Gold, an.
Mit Herzblut seit 38 Jahren Bürgerwehrmann
Ein Leben für die Bürgerwehr, so Hajo Böhm, könnte man die 38 Jahre von Josef Roth als Mitglied der Bürgerwehr beschreiben. Als Mann mit großen Führungsqualitäten und Überblick habe er die Bürgerwehr auf verschiedenen Positionen und Ämtern geführt. Dies tat er mit Herzblut, nichts war ihm zu viel.
Josef Roth entstammte einer Bürgerwehrfamilie aus dem Schottenhöfental und schon 1984 mit 14 Jahre trat er in die Bürgerwehr als Gewehrträger ein. 1995 wurde er stellvertretender Fähnrich, 1999 Leutnant, 2001 zweiter Vorsitzender, von 2006 bis zur Generalversammlung 2022 Tambourmajor, seit 2010 1. Vorsitzender bis heute.
2022 wurde er durch Hajo Böhm zum Oberleutnant befördert und erhielt das Ehrenwappen des Landesverbandes in Silber. In der Generalversammlung 2022 übergab er sein Amt als Tambourmajor seinem Sohn, der mit Feuereifer dabei ist und elf Jungkameraden geworben hat.
Hajo Böhm lobte Josef Roth: »Solche Männer wie ihn brauchen wir. Sie sind Vorbild für alle. Ihr Wort, Herr Roth, hat Gewicht und Sie genießen hohes Ansehen bei Ihren Kameraden«. Dass er ohne Noten lesen zu können dreimal in seiner Amtszeit den großen Zapfenstreich perfekt aufführte, zeigt seine Durchsetzungskraft und seinen eisernen Willen. Unter großem Beifall heftete Böhm Josef Roth die Ehrenspange des Landesverbandes in Silber (38 Dienstjahre) an. Danach wurde ihm durch Hauptmann Markus Bohnert der Offizierssäbel überreicht.
Der Bürgermeister spendierte ein Eis
Bürgermeister Günter Pfundstein dankte den Geehrten für ihren großen Einsatz: »Was sie in den vergangenen Jahrzehnten getan haben, kann ich nur loben.« Begeistert zeigte sich der Bürgermeister über den Nachwuchs, der durch den Einsatz durch Gabriel Roth und seine Freunde geworben wurde. Für alle neu eingetretenen Bürgerwehrmänner und für die Trachtenfrauen spendierte er spontan ein Eis. Auch dafür gab es großen Beifall.