»Den Platz noch attraktiver zu gestalten, attraktive Turniere auszurichten und den Club auf eine breitere finanzielle Basis zu stellen« – das sind die Vereinsziele, an die Volker Hamann als Präsident des Golfclubs Gröbernhof erinnerte.



Rund 80 Mitglieder sowie den Unterentersbacher Ortsvorsteher Christian Dumin konnte der Vorsitzende am vergangenen Freitagabend zur Jahreshauptversammlung begrüßen, die in der Clubgaststätte »Il Borgo« stattfand.
Volker Hamann resümierte: »Unsere Ziele können wir erreichen durch Sponsoren für die Turniere und den Club im Allgemeinen, intensive Mitgliederwerbung und gezielte Marketingaktivitäten.« Zudem werden durch Kooperationen mit anderen Clubs und Touristikverbänden die Greenfee-Einnahmen erhöht. Letzteres hat dazu beigetragen, »dass wir mit dem Vereinsergebnis 2022 im nun zweiten Jahr eine schwarze Null schreiben konnten.«
Auch in 2023 sei es gelungen, einen ansprechenden Turnierkalender zusammenzustellen, nicht zuletzt dank persönlicher Beziehungen, wie der Vorsitzende betonte. Die Mitgliederzahl ist innerhalb der vergangenen fünf Jahre von 446 auf 508 gestiegen. »Durch Corona ist den Leuten wohl bewusst geworden, dass frische Luft gesund ist«, flachste der Präsident.
Die Mitgliederfluktuation beläuft sich auf rund zehn Prozent, »das ist für Golfclubs üblich«. Die Jugend im Zeller Golfclub zählt 37 Köpfe und spielt erfolgreich auf. »Bemerkenswert ist, dass uns die Senioren über 75 Jahre die Treue halten, in dieser Altersklasse haben wir 40 bis 45 voll zahlende Mitglieder«, freute sich Volker Hamann.
Schwellenzahl 600
Gleichzeitig jedoch mahnte er, dass auch in diesem Jahr alle Mitglieder helfen müssten, »weitere Golfer auf unseren Platz zu bringen.« Erst ab 600 Mitgliedern sei der Club finanziell so stark aufgestellt, dass alle notwendigen Investitionen mit den regulären Einnahmen getätigt werden könnten. Zwar ist man von der anvisierten Zahl noch ein Stück weit entfernt, doch der Vorstand hält sie für erreichbar.
Eine Preiserhöhung für nächstes Jahr plant der Gröbernhof daher nicht, »wir sparen aber beim Personal«: Einer der bisher vier Greenkeeper wird zur Jahresmitte in Rente gehen, seine Vollzeitstelle nicht nachbesetzt werden. Machbar sein soll dies durch Automatisierungen wie Mähroboter und durch eine Reduzierung des Personalaufwands mithilfe weiterer Rationalisierungen in den Arbeitsabläufen.
Hierzu gehört die geplante Verlegung der Ballreinigung neben die Ballmaschine. Für die Jugend wird eine Unterstellmöglichkeit der Trainingsgeräte benötigt, eine Ballhütte ist ein weiterer Schritt zum Umbau der Driving Range, und die neuen Abschlagmatten -die bereits zu höheren Einnahmen geführt haben – sollen später einmal unter anderem mit einer Überdachung aufgewertet werden.
Weitere Maßnahmen wie beispielsweise Fahrwege für die Carts (zur Schonung der Grünflächen) sollen Schritt für Schritt umgesetzt werden, sobald die Finanzen es zulassen. Dank Sponsorenunterstützung bereits neu gestaltet werden konnte die Terrasse, deren Fläche von 100 auf 200 Quadratmeter verdoppelt wurde.
Im Zuge einer intensivierten Mitgliederwerbung kündigte Volker Hamann für 2023 die Durchführung nur eines einzigen Golferlebnistages an. Dafür sollen mehr Volkshochschulkurse angeboten werden: »Das sind kleinere Gruppen, das hat sich als effektiver herausgestellt.« Bewährt hat sich ein besonderes Angebot für Wenigspieler.
Der Sport- und kommissarische Jugendwart Stefan Kirsch sprach explizit die Sorgen des Jahres 2022 an. »Für unsere Kapitänin und Kapitäne war es ein schwieriges Jahr«: Fast alle Mannschaften hatten Personalprobleme, so dass in 2023 keine Altersklasse 30 und keine AK65 gemeldet ist. »Dafür versuchen wir eine DGL (Deutsche Golf-Liga)-Mannschaft mit hoffentlich guter Mischung aus jüngeren und erfahrenen Golfern ins Rennen zu bringen.« Außerdem gemeldet sind je eine Mannschaft AK50 Damen, AK50 Herren und AK65 Senioren.
Schwierigkeiten auch habe der Club dabei, Sponsoren für Turniere zu finden, so Stefan Kirsch. Hinzu komme, »dass wir im Durchschnitt weniger Teilnehmer haben und dadurch Einnahmeverluste entstanden sind.« Entsprechend appellierte er an die Mitglieder, mit ihrer Teilnahme das Clubleben und die Stimmung voranzubringen. Umso mehr bedankte er sich in Bezug auf die letzten Clubmeisterschaften: »Da hatten wir so viele Teilnehmer wie lange nicht mehr.«
Sorgenkind 2022
Der Golfplatz hingegen war »unser Sorgenkind 2022 schlechthin.« Glücklicherweise hat sich die neue Grasmischung bestens bewährt und ließ auch bei »Sahara- Bedingungen« ein normales Golfspiel zu. Da eine Tonne des speziellen Grassamens satte 8.000 Euro kostet, wurde der Platz bei schlechten Wetterbedingungen für Carts gesperrt.
Stefan Kirsch: »Nicht zuletzt deshalb hat unser Platz im Vergleich zu anderen die Trockenheit gut überstanden.« Ein bereits ausgearbeitetes Konzept zur Bewässerung der Fairways musste daher noch nicht umgesetzt werden. Weitere Maßnahmen wider eine Austrocknung werden künftig darin bestehen, die schwer bespielbaren Roughflächen mit ihrem hohen und dichten Gras zu vergrößern und das Gras dort, wo es geht, länger stehen zu lassen.
Neben den erschwerten Wetterbedingungen hatte die Explosion der Betriebskosten als »zweite Keule« zugeschlagen. Nach dem Beginn des Ukraine-Krieges mussten alle noch nicht gestarteten Vorhaben auf unbestimmte Zeit verschoben werden, doch zumindest an einigen Stellen konnte sich der Golfplatz weiterentwickeln.
Da aufgrund von Regeländerungen für 2023 im gesamten Bundesgebiet ein neues Courserating vom Verband angeordnet wurde, sind einige Änderungen auf dem Platz erforderlich. »Der wichtigste Aspekt dabei ist, die Kosten für die Pflege des Platzes zu mindern«, hob Stefan Kirsch hervor.
Verjüngung um 100 Jahre
Schließlich stellte er Berislav Brajkovic als neuen Pro – also Profispieler sprich neuen Trainer – vor und lobte die herausragende Qualifikation des gebürtigen Kroaten. Dessen Vorgänger Paul Sahm dankte er für die Hilfestellung im Jahr 2021.
Der von Schatzmeister Ulrich Schrempp vorgelegte Haushalt für 2022 – verbunden mit der Handhabung eines Einnahmen-/ Ausgabenvolumens von jeweils etwa einer Dreiviertel Million Euro – vollzog im Großen und Ganzen eine Punktlandung. In zweieinhalb Jahren, so schätzte er, werde der Golfclub (auch mithilfe von – hoffentlich – weiteren verkauften Kommanditanteilen) von seiner Darlehenslast befreit sein. Die Entlastung von Schatzmeister und Vorstand sowie die Genehmigung des Haushalts für 2023 erfolgte jeweils einstimmig.
Die turnusgemäßen Wahlen des im nächsten Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiernden Vereins führten zur Wiederwahl von Präsident Volker Hamann, Schriftführerin Silke Kienzler und Beisitzerin Karin Metz (Mitgliederbetreuung). Karl Armbruster und Marianne Epple prüfen weiterhin die Kasse.
Infolge angekündigter Amtsübergaben neu gewählt wurden: Vizepräsident Karl Lehmann, Schatzmeister Alesio Leisinger, Sportwart Dominique Bayerl, Jugendwart Daniel Greiner, Beisitzer Axel Herrmann (IT-Unterstützung), sowie der – ob seiner zuversichtlichen Vorstellungsrede mit Jubel bedachte – Marketing-Experte Jörg Riechers, ebenfalls Beisitzer. »Diese Wahlen bedeuten eine Verjüngung des Vorstands um 100 Jahre«, zeigte sich Club-Präsident Volker Hamann Spontan-begeistert.