Die Imkerschule in Oberentersbach erfährt eine deutliche Aufwertung. Der Landesverband der badischen Imker renoviert derzeit das gesamte Gebäude mit großem Aufwand und wird nach Abschluss der Arbeiten seine Geschäftsstelle nach Oberentersbach verlegen. Am Freitag gab es einen weiteren Grund zur Freude: Der Energieversorger Badenova übergab offiziell einen Holzpavillon an den Imkerverband. Der Pavillon wurde im vergangenen Jahr für die Landesgartenschau in Lahr erstellt und hat nun auf dem Gelände der Imkerschule einen dauerhaften Standort gefunden.



»Seit einigen Jahren besteht zwischen der Badenova und dem Imkerverband eine gute Kooperation«, begrüßte Präsident Klaus Schmieder vom Badischen Imkerverband allen voran Unternehmenssprecher Roland Weis von der Badenova in Freiburg. Sein Dank galt auch Bürgermeister Günter Pfundstein, der stets ein offenes Ohr für die Imker habe. Das Willkommen galt den Zimmerleuten vom Ausbildungszentrum in Bühl, die für die Holzarbeiten verantwortlich zeichneten. Einen besonderen Dank sprach Klaus Schmieder der Züchter-und Helfergruppe um Imkerschulleiter Willi Schwendemann aus, die beim Bau und bei der Anlage des Platzes tatkräftig mitgeholfen haben.
»Wir sind stolz auf die Imkerschule«, rief Bürgermeister Günter Pfundstein den Gästen der Feierstunde am Freitagnachmittag zu. Er lobte das große ehrenamtliche Engagement, mit dem Vorstand Klaus Schmieder und die badischen Imker die Schule in Oberentersbach betreiben. Auch das neue Bienen-Pavillon passe sehr gut in die Gesamtinvestition, die an der Imkerschule aktuell getätigt werden. »Oberentersbach ist das Land, wo Milch und Honig fließen«, merkte das Zeller Stadtoberhaupt schmunzelnd an.
Das aus Holz gefertigte Pavillon wurde von den Nachwuchskräften des Ausbildungszentrums in Bühl im vergangenen Jahr für die Landesgartenschau in Lahr angefertigt und nun wieder auf- und abgebaut. Das Ausbildungszentrum in Bühl gehört zum Förderwerk der südbadischen Bauwirtschaft, deren Geschäftsführer Steffen Reuter am Freitag ebenfalls nach Oberentersbach gekommen war. Er lobte den guten Zweck, den das Holzgebäude schon in Lahr erfüllt habe, und der nun auch mit der künftigen Nutzung verbunden sei. Ausbildungsmeister Stephan Hielscher und drei seiner Nachwuchszimmermänner blieb es vorbehalten, mit ihrem Richtspruch Mensch und Bienen Glück und Segen auszusprechen.
Die Imkerei als Firmenphilosophie
Unternehmenssprecher Roland Weis berichtet, dass die Badenova schon seit einigen Jahren die Biodiversität der Imkerei für sich entdeckt habe. Das nachhaltige Arbeiten, die Verwurzelung in der Region und die ökologische Ausrichtung seien auch Grundlagen für den Energiedienstleister. Daraus habe sich eine intensive Zusammenarbeit mit dem Landesverband Badischer Imker ergeben. Unter anderem übernimmt die Badenova auch die Wasserversorgung für viele Kommunen. Im Umfeld der Wasserwerke gebe es großflächige Schutzgebiete und Grünflächen, die die Badenova jungen Imkern zum Aufstellen ihrer Bienenvölker zur Verfügung stellt. Die Koordination übernehme der Landesverband.
Im Gegenzug verwendet die Badenova badischen Honig in kleinen Gläschen als Werbemittel. Roland Weis unterstrich mehrfach den Wert der Imkerei für Natur und Umwelt. Im Rahmen der Landesgartenschau richtete die Badenova in ihrem Schaupavillon ein grünes Klassenzimmer ein und stellte dies dem Imkerverein Lahr zu Verfügung.
»Wir sind mit unserem Bienenengagement noch nicht fertig«, richtete Roland Weis den Blick in die Zukunft. So strebe das Unternehmen eine Kooperation mit dem BLHV zur Schaffung von Blühstreifen entlang von Feldern an. Statt Kugelschreiber aus Plastik verteile Badenova Samentütchen für Blumenwiesen. Die Übergabe des Bienenpavillons passe in diese immerwährende Story. »Offiziell gehört es ab jetzt ihnen«, rief Roland Weis den versammelten Imkern zu.
Imkerei liegt im Trend
Präsident Klaus Schmieder nutzt den Rahmen der Feierstunde, um auf die aktuellen Entwicklungen einzugehen. »Imkerei liegt im Trend«, stellte er mit dem Blick auf die Mitgliederzahlen fest. Seit 2015 sei die Zahl von 7042 auf aktuell 10.233 angestiegen und dies, obwohl im gleichen Zeitraum 1800 Imker verstorben seien. So seien in den letzten vier Jahren mehr als die Hälfte der Verbandsmitglieder neu hinzugekommen. Das Durchschnittsalter sei von 64 auf 58 Jahre gesunken, der Anteil der Frauen habe sich auf 18 Prozent verdoppelt.
Schmieder sprach von »freudigen Herausforderungen« für die 132 Imkervereine, die 13 Kreisverbände und den Landesverband. Ein Schritt sei die Sanierung der beiden Imkerschulen in Heidelberg und Oberentersbach, in die rund 1,1, Millionen Euro investiert werden. Das ehemalige Schul- und Rathaus in Oberentersbach gehört seit 1978 dem Landesverband. Hier finden regelmäßig Schulungen und Weiterbildungen für Imker statt. Nach Abschluss der Arbeiten wird der Landesverband hier seine Geschäftsstelle einrichten. »Die Imkerschule in Oberentersbach ist ein Leuchtturm für die Imkerei in Baden«, betonte Klaus Schmieder. Wenn alles gut läuft, könne in etwa einem Jahr das sanierte Schulgebäude eröffnet werden. Den Ehrengästen am Freitag überreichte der Landesvorsitzende Weißtannenhonig, die ehrenamtlichen Helfer lud er zu einem Grillabend im Sommer ein.