Bereichsliga:
Zell I – Ohlsbach I 2,5:5,5
Der Tabellenzweite Zell empfängt den Tabellenvorletzten, da sollte der Ausgang doch wohl klar sein !?. Weit gefehlt. Mit Jürgen Gißler und Ho In Lee fehlten zwei wichtige Stützen der Mannschaft – dies war lange bekannt. Die Nachrücker Eugen Schmidt und Bastian Franze sollten aber doch gute Chancen haben, jeweils ein Remis zu holen oder mehr. Leider kam Schmidt (7) schnell in arge Bedrängnis. Der Abtausch seines Fianchetto-Läufers brachte ihn aus dem Gleichgewicht. Der junge Ohlsbacher verstärkte den Druck auf die Königsfestung, worauf diese zerbarst. Auch Franze (8) kam im Mittelspiel ins Trudeln. Er lief in einen Angriff, nachdem er die Stellung etwas überzogen hatte und musste zu viel Material geben.
Selbstverständlich war auch Spitzenspieler Kurt Jäger (1) wieder mit dabei – und natürlich gelang ihm das schnellste Remis der Spielzeit. Zell lag also gleich deutlich hinten. Vorstand Wilhelm Eble (6) gelang es – nicht nur mit Hilfe seiner Springer – sich an die Königsstellung heranzuarbeiten und einen unwiderstehlichen Angriff zu starten. Sein Gegner versuchte sich zwar einzuigeln, aber voreilige Bauernzüge bewirkten das Gegenteil: Die Stellung wurde löchrig und der Angriff schlug durch.
Auch Thomas Gißler (3) kämpfte in einer zähen Stellung – aber mit Druck auf den König. Sein Gegner tauschte eine Figur, um dem Druck auszuweichen, übersah aber ein Schach und verlor eine Figur. Ausgleich 2,5:2,5. Sollte doch noch ein Sieg möglich sein?
Stefan Rechlin (2) hatte die Eröffnung überstanden und stand eigentlich gut entwickelt da. Taktische Manöver seines Gegners hinderten ihn jedoch an der Verbesserung seiner Stellung. Immer drohte Qualitäts- oder Figurenverlust. Irgendwann war es auch soweit: er büßte Material ein. Dies war nicht zu kompensieren.
Michael Vollmer (5) hatte nach der Eröffnung deutlichen Entwicklungsrückstand. Sein Gegner lief sich aber im Angriff fest, musste Material abtauschen und behielt lediglich einen Mehrbauern. Die weitere Abwicklungen waren etwas abenteuerlich, es blieb ein Endspiel mit einem Turm. Vollmer gelang es, hinter die feindlichen Reihen zu kommen und einen Bauern gefangen zu nehmen. Nun hatte er etwas Initiative gewonnen und verfügte über einige Freibauern. Leider gelang es ihm nicht, die Freibauern seines Gegners zu stoppen. Ein Duo kämpfte sich durch und Vollmer gab auf.
Der Mannschaftskampf war entschieden. Stefan Gießler (4) hätte mit einem Freibauern locker Remis anbieten können – aber löblicherweise wollte er es dieses Mal wissen. In einem Turm-Läufer-Endspiel war kaum an die Schwachpunkte des Gegners ranzukommen. Gießler probierte zwar einiges, spielte aber trotzdem solide. Leider opferte er „aus Versehen“ zwei Bauern, so dass er nun selbst ums Remis kämpfen musste. Allerdings sah er nun den Gewinnplan. Die Partie blieb äußerst spannend. Ein scheinbarer Fehler Gießlers ließ schon einige Ohlsbacher frohlocken, aber der Zeller gewann einen Bauern zurück. Das Läuferendspiel hatte eine große Remisbreite, wobei die Bauernstruktur eher für den Zeller sprach. Leider wanderte Gießlers König etwas zu weit aus dem sicheren Bereich, plötzlich bekam ein feindlicher Bauer Flügel und war nicht mehr einzuholen. Mit 2,5 : 5,5 holte sich die Erste eine deutliche Packung ab.
Bezirksliga:
Zell 2 – Appenweier 3 1,5 : 6,5
Noch schlimmer war es der Zeller Reserve am Abend zuvor ergangen. Wertungstechnisch waren die Zeller etwas unterlegen, wobei dies fast ausschließlich auf den Appenweierer Wertungszahlriesen Thomas Petersen zurückzuführen war. An Brett 2 musste Heinrich Kotzott schnell Tribut zollen. Sein König wurde übers Brett gejagt und gestellt.
An Brett 8 hatte Tim Rissler eigentlich alles unter Kontrolle: Mehr Material, bessere Stellung und Initiative – einzig eine Mattdrohung stellte eine kleine Gefahr dar. Unglücklicherweise geriet dies in Vergessenheit, ein einzügiges Matt war die Folge.
Hans Burger (5) hatte eine sehr ausgeglichene Stellung erreicht, sein Gegner bat schon um’s Remis. Nach Abtausch der verbliebenen Türme und der Damen verblieb eine sehr symmetrische Stellung – Remis.
Timo Müller (3) konnte sehr unauffällig eine ausgeglichene Stellung erreichen, die Partie endete Remis. Felix Fernandez hatte sich am Spitzenbrett mehr versprochen, aber er kam nur schwer an den „Drücker“ Sein Gegner war sehr um den Ausgleich bemüht und so endete auch diese Partie Remis. Leider war es das mit den Zeller Punkten, obwohl es eigentlich noch gut aussah.
David Garcia (6) spielte nach einigen Jahren wieder mal eine Ligapartie. Er hatte schon entscheidende Vorteile erreicht. Sein Zeitverbrauch und eine fehlende Endspielroutine ließen ihm noch die Partie aus der Hand gleiten.
Routinier Wolfgang Niederberger (7) hatte alles weitestgehend im Griff. Er hatte sich mit Druckspiel leichte Vorteile erarbeitet, musste aber Schwächen in der Bauernstruktur hinnehmen. Ein Glückszug seines Gegners ließ ihn die Dame ins „Abseits“ stellen – Bauernverlust war die Folge. Leider gab Niederberger sofort und absolut unnötig auf. Es bestanden sehr gute Chancen, die Partie wieder offen zu gestalten oder gar zu gewinnen.
Teamchef Juan Garcia (4) spielte noch bis zum Ende eines langen Abends. Etwas passiv aus der Eröffnung gekommen, schien es, als ob er sich nicht zwischen Angriff und Rückzug entscheiden konnte. Er verlor irgendwann einmal eine Qualität, konnte aber immer einen dynamischen Ausgleich finden. Im Endspiel Turm gegen Springer patzte er und lief in einen Spieß.