Die Stadt Zell etabliert seit vier Jahren einen Krisenstab. Beim Treffen am Montag wurde ein dreitägiger Stromausfall trainiert. Dabei kam das neue Notstromaggregat erstmals offiziell zum Einsatz.
Die Stadt Zell trifft Vorsorge für den Ernstfall. Seit vier Jahren wird dafür ein „Stab für außerordentliche Ereignisse (SAE)“ etabliert. Ein weiterer Mosaikstein für den Ernstfall war der Kauf eines mobilen Notstromaggregats, das beim Treffen am Montag erstmals offiziell zum Einsatz kam.
Beim sanierten Rathaus wurden die technischen Voraussetzungen für eine externe Stromeinspeisung geschaffen. Nachdem vom Hausmeister die Hauptsicherung komplett abgeschaltet und damit ein „Stromausfall“ simuliert wurde, ging das dieselbetriebene Notstromaggregat in Betrieb – und im Rathaus gingen die Lichter wieder an.
Betreut wird das neue Stromaggregat von den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Zell. Geplant ist für die Zukunft, dass an weiteren öffentlichen Einrichtungen der Stadt Zell (Ortsverwaltungen, Hallen, Schulen, etc.) weitere Einspeisepunkte geschaffen werden, so dass auch dort das Notstromaggregat eingesetzt werden kann.
SAE-Stab tritt bei großen Ernstfällen zusammen
„Die Stadt Zell verfolgt eine klare Strategie für den Ernstfall“, betont Prof. Dominic Gißler, Experte für Sicherheitsforschung und Krisenmanagement an der Akkon Hochschule in Berlin. Er begleitet die Stadt Zell bei der SAE-Schulung.
Als Ortspolizeibehörde ist der Bürgermeister im Ernstfall für Ereignisse unterhalb der Katastrophenschwelle zuständig. Nach der Empfehlung des Landes Baden-Württemberg können je nach Größe und Leistungsfähigkeit der Gemeindeverwaltung solche SAE-Stäbe eingerichtet werden.
Das Grundprinzip ist immer identisch, egal bei welchem Szenario. Denkbar sind großflächige Hochwasserereignisse, Waldbrände, ein Flugzeugabsturz, Gefahrstoffunfälle, Massenanfall von Verletzten oder z.B. auch ein Stromausfall.
Nicht bei jedem Ereignis tritt sofort der Stab in Erscheinung. Das macht nur dann Sinn, wenn die Lage über mehrere Tage andauert und die Einsatzkräfte – die operativ-taktisch den Schaden bekämpfen – wie Feuerwehr, THW oder auch DRK alleine überfordert wären. Wenn also z.B. die Lage durch den Stab koordiniert bzw. unterstützt werden soll, so tritt dieser zusammen.
Im Stab sind Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung, die auch im Tagesgeschäft mit den anfallenden Fragen betraut sind. Zusätzlich der Betriebshof oder auch Mitarbeiter aus anderen Einrichtungen und Verbindungspersonen z. B. aus der Feuerwehr oder der Polizei. Auch die ehrenamtlichen Stellvertreter sind mit eingebunden, damit sie im Ernstfall grob Bescheid wissen, sofern der Bürgermeister nicht vor Ort sein sollte.
Den kompletten Bericht und weitere Bilder finden Sie in der Print-Ausgabe der Schwarzwälder-Post.