»Stillgestanden«, lautete einer der Befehle, die stellvertretender Tambourmajor Peter Bürkle an den Spielmannszug der Zeller Bürgerwehr richtete. Sein letztes Kommando aber lautete: »Zum Freibier wegtreten!« Sehr zur Erheiterung aller Gäste, die sich am vergangenen Samstagabend auf dem Zeller Kanzleiplatz eingefunden hatten.
Das Freibier hatte sich der prachtvoll in Schwarz-Weiß-Rot gewandete Spielmannszug redlich verdient. Auf Einladung der Zeller Bürgerwehr und in Begleitung einer Abteilung derselben war er in Unterharmersbach losmarschiert und die gesamte Zeller Hauptstraße entlang marschiert. Und weil der direkte Zugang zum Kanzleiplatz als Ort der Feierlichkeit aufgrund der Bauarbeiten am Rathaus versperrt war, nahmen die Musikanten den Umweg über die Kanzleistraße, um mit ihrem klingenden Spiel das 47. Biwak der Zeller Bürgerwehr zu eröffnen.
Erstmals war es Hauptmann Andreas Lehmann, der als Kommandant den Aufmarsch stramm salutierend abnahm. Ihm zur Seite stand Paul Gutmann. Von dem hat Lehmann in diesem Jahr Vorsitz und Kommando für die Freiwillige Bürgerwehr der Stadt Zell am Harmersbach übernommen.
Im Namen des Vereins begrüßte der noch recht frisch gebackene Kommandant alle Gäste und freute sich in seiner kurzen Ansprache, dass das Konzept der Selbstbedienung als Biwak-Neuerung so gut angenommen werde: »Alle wissen sich zu helfen – das mit der Bon-Kasse klappt schon prima, jeder kommt zu seinen Getränken und zu seinem Essen«, stellte er mit Blick auf das reichhaltige Bewirtungsangebot nicht ohne Erleichterung fest.
Entspannung pur
Nach dem Ende dieses offiziellen Teils dann ging es entspannt weiter. Für Lehmann, weil er angesichts der hochsommerlichen Temperaturen nun seinen »dicken Kittel« ausziehen zu durfte, die Jacke der Uniform also. Und für das Publikum, weil die 14 Mann starke Truppe der Zeller Musikanten zum Mitklatschen und Mitschunkeln animierte – mit traditioneller Blasmusik und bekannten Liedern.
Eines trug den Titel »In alter Frische«. Den nahm Robert Maier als Leiter der Musikergruppe zum Anlass, nicht nur seinerseits alle Anwesenden zu begrüßen, sondern auch den coronabedingten Umstand, nach zwei Jahren endlich wieder beim Bürgerwehr-Biwak aufspielen zu können. Und zwar: in alter Frische. »Wie Sie feststellen werden, haben wir uns überhaupt nicht verändert«, meinte er, »weder die Zeller Bürgerwehr noch wir, die Zeller Musikanten.« Als diese nach mehr als drei stimmungsgeladenen Stunden ihre Instrumente schließlich zusammenpackten, sorgte DJ-Musik für Schlager-Unterhaltung.
»Herrje, was hat uns das gefehlt«, konstatierte ein freudestrahlender Gast, »so zusammen zu hocken, es sich miteinander einfach gut gehen zu lassen.« Und alle um ihn herum nickten, lachten, hoben ihr Glas – sei es mit Wein oder Wasser gefüllt, mit Saft oder Bier. Oder mit einer der Kreationen aus der »Torbogenbar« direkt unter dem Storchenturm.
Hielten sich zu Biwak-Beginn um 18 Uhr rund 200 Menschen auf dem Zeller Kanzleiplatz auf, so waren es drei Stunden später doppelt so viele. Mindestens. Wesentlich ruhiger zwar ging es beim liebevoll ausgeleuchteten Hirschturm zu, der heuer mit DJ Silas und dessen Beats und Bässen erstmals ein Programm speziell «für die Jüngeren und Junggebliebenen« anbot. Doch mit dem Fortschreiten des Abends stieg die Zahl der Gäste auch hier.







