Die Idee wurde vor Kurzem geboren und fand bei allen Beteiligten uneingeschränkt Zustimmung: Die Bildstein-Arbeiten werden nicht mehr in gedruckter Form veröffentlicht, sondern kostenfrei der gesamten Öffentlichkeit zugänglich gemacht – in einer Rubrik der Homepage der Stadt Zell. Schließlich ist die Stadt Zell am Harmersbach satzungsgemäß Träger des jährlichen Bildstein-Aufsatzwettbewerbs der Werkrealschule Zell.
Die Bildstein-Preisträger selbst, die die Schüler betreuenden Lehrkräfte, die Schulleitung, die Jurymitglieder und nicht zuletzt, die Stadt Zell wollen auf diese Weise als kleines Präsent zum Jahresausklang interessanten, auch besinnlichen, heimatkundlichen Lesestoff anbieten.
Eine Auswahl umfasst die ersten Preisträger der letzten drei Jahre und die drei Preisträger dieses Jahres 2021 und deckt damit schon mal vier Themenbereiche ab, die sehr gerne von den Schülern gewählt werden: Hofgeschichte(n), Brauchtum, Migrationsgeschichte(n) und einheimische Betriebe.
Einzigartiger Schülerwettbewerb
Dass dies möglich ist, hat zu tun mit mehreren Entwicklungen und Innovationsimpulsen, die das Fortbestehen dieses in der baden-württembergischen Schullandschaft einzigartigen Schülerwettbewerbs begünstigt haben.
1. Die grundsätzliche Entscheidung der betreuenden Lehrkräfte (u.a. Elke Blachowski, Laura Appenzeller und Katharina Faisst), Schülerarbeiten nur noch in pdf-Format zu akzeptieren, um sie auf Dauer besser archivierbar und damit verfügbar zu machen.
2. Das über die Dienstpflichten sehr weit hinausgehende Engagement dieser Lehrkräfte und der Schulleiter/in – in einer inzwischen jahrzehntelangen Tradition – ist als Hauptfaktor anzusehen für die Existenz und die Qualität dieses Wettbewerbs.
3. Seit Wegfall der Hauptschulen von Biberach, Nordrach und Oberharmersbach und also seit der Hinzunahme dieser Schüler zur Schülerschaft des Zeller Bildungszentrums wird die Jury, genannt Bildsteinkommission (Mitglieder Bernd Antes (Moderator), Horst Feuer, Petra Kühnpast (ab 2022), Dieter Petri, Susanne Richter (bis 2021), Bertram Sandfuchs und Heinz Scherzinger), angemessen – aufgrund ihrer örtlichen Expertise – vervollständigt durch Ottmar Ritter (Oberharmersbach), Herbert Vollmer (Nordrach), Wolfgang Westermann, jetzt Josef Ringwald (Biberach).
4. Auf Vorschlag des Historischen Vereins Zell werden neuerdings die Preisarbeiten, und so auch die Preisträger, bei der Bildsteinpreisverleihung durch feierliche Würdigungen deutlich mehr als früher in den Mittelpunkt gerückt: Einzelne Jurymitglieder halten prägnante Lobreden über die Leistungen der Schüler. Bei der Preisverleihung 2021 waren dies Horst Feuer, Bertram Sandfuchs und Herbert Vollmer. Die Schüler – 2021 Carina Schwarz, Eva Zimmermann und Fabian Zimmermann – erhalten auf diese Weise eine motivierende Rückmeldung für ihr Tun.
5. Anstelle eines diffusen Heimatbegriffs haben Dieter Petri und Bertram Sandfuchs Beurteilungskriterien entwickelt, damit die Kommission an jede Arbeit gleiche und faire Maßstäbe anlegt.
6. Vertreter der Bildsteinkommission erscheinen vor den Schülern im Fachunterricht (bisher Horst Feuer und Bertram Sandfuchs), um Infos und Tipps zu geben zu möglichen Themen und zu den Beurteilungsmaßstäben.
7. … ist angedacht, aber noch nicht umgesetzt: einen Themenpool den Schülern anzubieten von noch nicht oder wenig bearbeiteten Themen und Themenfeldern.
Bildsteinpreis kann weiterleben
Der Bildsteinpreis lebt und er kann weiterbestehen, wenn alle Beteiligten das weiterhin wollen und sich auch vor neuen Denkansätzen nicht verschließen. Sicher ist es angemessen und das geschieht regelmäßig in zahlreichen Artikeln und Würdigungen, die verfügbar sind, zu betonen, wem das alles zu verdanken ist. Josef Bildstein also.
Ziemlich in Vergessenheit geraten ist die genaueste und sehr engagierte Darstellung des Lebens von Josef Bildstein und der Entstehung des Bildsteinpreises. Sie stammt von Dieter Kauß, Offenburg, dem ehemaligen Präsidenten des Historischen Vereins für Mittelbaden, Offenburg, und selbst einige Jahre Bildsteinkommissionsmitglied, und ist auf der Homepage der Uni Freiburg abrufbar.