Gestern Nachmittag hatte die Heimleitung die Bewohner des Pflegeheims und des Betreuten Wohnens zu einem närrischen Nachmittag eingeladen. Rund 100 Bewohnerinnen und Bewohner folgten dieser Einladung zu Unterhaltung mit Kaffee, Kuchen und Fasendskiechle im Foyer und lichten Innenhof.
Robert Maier heizte am elektrischen Piano und mit seiner kräftigen Stimme gleich zu Beginn den Besuchern kräftig ein. Eine Reihe von Pflegerinnen hatte sich fastnächtlich in Schale geworfen und animierten zum Mitsingen und Mitklatschen. Pflegedienstleiterin Martina Heizmann führte als »süße Maus« die Polonaise an.
Danach gab es erstmal Kaffee oder Tee mit Kuchen, Berlinern und Fasendskiechli. Nach der Stärkung stürmte die Jugend, die bereits im Städtle die Fasend ausgerufen hatte, in die Seniorenburg. Vorneweg als Bott mit der klingenden Schelle Stefan Polap. Er dirigierte die etwa
30 Jungmusiker, die von einigen alten Hasen unterstützt wurden. Nach dem Buchener Narrenmarsch und dem Kupferschmidt war der Zeller Narrenmarsch an der Reihe, der kräftig mitgesungen wurde.
Zum närrischen Zug gehörten etwa 30 Kinder und Jugendliche und dazu etwa 40 Kleinkinder des Kindergartens „Sternschnuppe“. Der Narresume garantiert dem Fasendsbrauch eine gesicherte Zukunft. Unbeschwerte Kindergesichter stimmen die älteren Semester unweigerlich heiter, steigen doch in den Herzen bewusst oder unbewusst Erinnerungen an die eigene Kindheit und das erlebte Brauchtum auf.
Tänze von Jung und Alt
Aber auch Seniorinnen und Senioren des Zeller Altenwerks machten den Heimbewohnern ihre Aufwartung. Brigitte Armbruster stellte mit ihrer Gymnastikgruppe unter Beweis, dass man auch mit vielen Lenzen im Gepäck sich noch munter bewegen kann. Manfred Neumayer war bei den Damen diesmal nicht der Hahn im Korb, sondern der Kapitän im »knallroten Gummiboot«. Der gleichnamige fetzige Schlager gab für den beschwingten Tanz den Takt vor.
Dann aber zeigten wieder Kinder im Häs der Oberharmersbacher Bären und der Unterharmersbacher Eckwaldhexen, was sie tänzerisch drauf haben. Heimleiter Michael Schlosser dankte allen, die zum Gelingen des fröhlichen Nachmittags beitrugen; dem Narrenrat für den Besuch mit dem Narresume, Robert Maier, der schon seit über einem Jahrzehnt bei diesem Anlass für die heitere Stimmung sorgt, den Kindern und ihren Eltern, welche die Kinder im Häs betreut haben.
Auch dem Personal gebührte der Dank des Heimleiters. Zahlreiche Pflegekräfte haben wie selbstverständlich zur lustigen Stimmung beigetragen. Organisiert hatte den Nachmittag Stefanie Fritsch; Melanie Himmelsbach führte durch das Programm. Als Zugereister bat Michael Schlosser um Geduld, um sich an den hierzulande närrischen Ausnahmezustand noch zu gewöhnen.