Seit über 25 Jahren pflegen die Familien Göhring, Gutmann, Hug, Harter und Kienzle die Tradition des Palmenbindens. Auch in diesem Jahr haben sie wieder die christlichen Symbole angefertigt.



Der inoffizielle Titel des »Palmkönigs« wird auch in diesem Jahr nach Neuhausen gehen. Der Palmen der Familie Göhring wird wieder bis an den Dachtrauf der Pfarrkirche reichen. Auch die vier weiteren Palmen sind stattliche Exemplare.
Zum Schmücken der Palmen treffen sich die Neuhauser Familien immer donnerstags auf der Tenne des Göhring-Hofes. Aus frischem Grün und buntem Papier entstehen die Kunstwerke, die dann das ganze Jahr über vor dem Haus aufgestellt sind und dieses vor Blitz und Feuer schützen sollen. Bis zur Erneuerung bleiben die Plamen das ganze Jahr über stehen. Dann werden sie abgeschmückt und wieder neu verziert. So können die Palmstangen einige Jahre verwendet werden, ehe sie durch
das Wetter unbrauchbar werden. Außerdem ist das getrocknete Holz leichter als ein frisch geschlagener Baum, was das Arbeiten zusätzlich erleichtert.
Wie man die Palmen in bester badischer Tradition verziert, hat Hilde Göhring den Familien beigebracht. So taucht auch immer wieder die badische Farbkombination gelb-rot-gelb an den geschmückten Stangen auf. Da es in der Natur immer weniger Buchsbäume gibt, muss beim schmücken auf Thuja-Zweige und anderes Grün ausgewichen werden.
Das Treffen der Neuhauser Palmbinder dient aber nicht nur dem Zweck. »Bei uns geht es immer lustig zu«, lacht Gisela Hug. Das Kaffeekränzchen zwischendurch ist fest eingeplant. Gemeinsam werden die Palmen am Sonntag zur Kirche gebracht und gemeinsam wird danach in den Familien auch der Palmsonntag begangen – so bleiben Traditionen lebendig.