Große Trauer hat die Todesnachricht von Ehrenringträger Franz Breig ausgelöst. Wenige Tage nach seinem Geburtstag ist er am Dienstag im Alter von 87 Jahren verstorben. Zeitlebens hat Franz Breig sich für das Brauchtum und die Geschichte von Zell a. H. engagiert. 24 Jahre lang gehörte er in den Reihen der Freien Wähler dem Gemeinderat an. Mit der Verleihung des Ehrenrings im Jahr 2013 und der Bürgermedaille im Jahr 2008 hat die Stadt Zell seine herausragenden Leistungen gewürdigt.
Wie kaum ein anderer hat sich Franz Breig für sein »geliebtes Städtle Zell« zeitlebens eingesetzt. Angefangen hatte alles in den 1960-er Jahren, als der damalige Museumsbetreuer Franz Berger den schon damals wortgewandten Franz Breig für die Stadtführung von Feriengästen gewinnen konnte. Daraus wurde ein von Franz Breig ausgefeiltes kulturelles Angebot, dass in der abendlichen »Stammtischtour« seine Zugnummer fand.
Mit seiner Kenntnis von Brauchtum und Geschichte und mit seinen rhetorischen Fähigkeiten war Franz Breig wie geschaffen für das Amt des Zunftmeisters, das er 11 Jahre lang von 1973 bis 1983 meisterlich wahrgenommen hat. Ab 1963 war Franz Breig Narrenrat, später diente er unter anderem viele Jahre als Umzugskommentator am Fasendsonntag und Fasenddienstag der Zeller Fasend.
Auch als Vorsitzender des Historischen Vereins hat sich Franz Breig 12 Jahre lang für die Geschichte der Stadt eingesetzt und war eine »Institution« in Sachen Heimatforschung. Franz Breig hat die Bildstöcke und Wegkreuze auf dem Stadtgebiet erfasst und dokumentiert. Ebenso die alten Reichsstadtgrenzen sowie die Flur- und Straßennamen. Er war die treibende Kraft für den Erhalt des Rundofens und hat den Förderverein gegründet, den er ebenfalls viele Jahre geleitet hat.
Nach seiner Zurruhesetzung als Handwerksmeister betreute Franz Breig mit seinem großen Wissen und seinem praktischen Können das Stadtarchiv. Bei der Verleihung des Ehrenrings im Jahr 2013 lobte der damalige Bürgermeister Hans-Martin Moll, dass Franz Breig aus dem Stadtarchiv »eine wohlgeordnete Einrichtung gemacht und damit die Gründerarbeit von Franz Disch erfolgreich fortgeführt« habe. »Franz Breig hat Bleibendes für Zell geleistet«, betonte Bürgermeister Moll in seiner Laudatio.
Nicht zuletzt war Franz Breig ein lebenslustiger und geselliger Mitbürger. Über 50 Jahre lang war er eine feste Größe im Kegelclub »Flotter Otto«, einer eingeschworenen Gemeinschaft in Zell. Sein großes Wirken im öffentlichen Leben der Stadt hat aus Franz Breig ein echtes Zeller Urgestein gemacht.
Handwerksmeister und Zeller Urgestein
Franz Breig erblickte am 24. Januar 1932 als Sohn des Papiermachers Josef Breig und seiner Frau Berta im ehemaligen Zeller Krankenhaus das Licht der Welt. Im Jahr 1933 zog die Familie Breig von Unterentersbach nach Zell um. Aufgewachsen ist Franz Breig mit drei Geschwistern. Nach der Schulzeit erlernte Franz Breig bei der Sattlerei und Polsterei Armbruster den Beruf des Polsterers, im Jahr 1960 legte er die Meisterprüfung als Raumausstatter ab. Als selbstständiger Handwerksmeister arbeitete er bis ins hohe Alter.
Eine Zäsur im Leben von Franz Breig war ein Schlaganfall, der ihn im Jahr 2010 getroffen hat. Dank der großen Unterstützung durch seine Lebenspartnerin Nortrud Simonsmeier, mit der er 38 Jahre durchs Leben gegangen ist, konnte er sich wieder gut erholen und auch regelmäßig am öffentlichen Leben der Stadt wieder teilnehmen. Das gesundheitliche Auf und Ab machte aber immer wieder Krankenhausaufenthalte erforderlich. Am Dienstag ist Franz Breig in der Winkelwaldklinik in Nordrach verstorben.
Am Freitag, 8. Februar, nimmt die Stadt Zell Abschied von einem großen Bürgersohn. Seiner Lebenspartnerin und allen Angehörigen gilt die herzliche Anteilnahme.