Zeller Enzo Leopold holt mit dem SC Freiburg den DFB-Junioren-Pokal

Am vergangenen Samstag haben die A-Junioren des SC Freiburg den DFB-Pokal gewonnen. Sie entschieden das Endspiel in Berlin gegen das Team vom 1. FC Kaiserslautern für sich.

2:1 hieß es am Ende für die Breisgauer, die somit bereits zum sechsten Mal den Titel holten.

In entscheidender Rolle mit dabei war ein Spieler, dessen fußballerische Grundlagen beim FVU und ZFV gelegt wurden: Enzo Leopold (17) brachte den SC Freiburg in der 63. Minute mit einem Flugkopfball in Führung. Zahlreiche Gratulanten freuen sich mit dem Spieler über den Erfolg. Der bekanntermaßen sportbegeisterte Zeller Bürgermeister Günter Pfundstein gratulierte per Facebook: »Wir sind stolz auf Dich!« Die Verantwortlichen der Vereine, die die Grundlagen für den Erfolg gelegt haben, senden ebenfalls Glückwünsche. Der FV Unterharmersbach gratuliert Enzo Leopold zum DFB-Pokal-Sieg und zu seinem erzielten Tor. Der Verein ist stolz, dass der Torschütze das Fußballspielen beim FVU begonnen hat und wünscht Enzo für die weitere Zukunft alles Gute. Auch der Zeller FV gratulierte umgehend.
Auf unsere Bitte hin erzählt Enzo Leopold die Geschichte des größten Erfolgs seines bisherigen sportlichen Lebens:

»Ich spiele seit 5 Jahren für den SC Freiburg. Im Alter von zweieinhalb Jahren habe ich mit dem Fussballspielen bei den Bambinis beim FVU angefangen, wobei der eine oder andere ja auch behauptet, ich wäre mit dem Ball auf die Welt gekommen. Dann, mit zehn Jahren, wechselte ich zum ZFV, unter anderem auch, weil viele meiner Schulkameraden beim ZFV gespielt haben. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei allen meinen Jugendtrainern des FVU und des ZFV bedanken. Ihr alle seid dafür verantwortlich, dass ich immer so viel Spaß am Fussball hatte und das alles jetzt erleben durfte.

Mit zwölf Jahren wurde ich zum ersten Probetraining beim SC eingeladen und habe dann gleich ab der C-Jugend (Saison 2012/2013) zum SC gewechselt.

Beim SC war ich bisher in jeder Saison Stammspieler und kann auch auf mehreren Positionen spielen, am liebsten allerdings im zentralen Mittelfeld oder auf links. Diese Vielseitigkeit wird beim SC sehr geschätzt.

Schularbeiten im Auto

Das Training beim SC ist hart, man wird ständig bis an seine Grenzen gefordert, aber es ist auch abwechslungsreich und macht Spaß. Wir haben vier bis fünf Mal pro Woche Training, in der Vorbereitung auch bis zu sechs Mal. In meiner letzten B-Jugend-Saison war mein Trainer beim SC auch ein ehemaliger ZFVler, Mathias Brosamer, der selbst auch einige Jahre in der Jugend des SC Freiburg gespielt hat. Von hier aus viele Grüße nach Asien!

Im September 2017, zum Beginn der A-Jugend, bin ich dann nach Freiburg gezogen, habe vom Gymnasium Gengenbach auf das Rotteck-Gymnasium in Freiburg gewechselt, wo ich im letzten Monat mein schriftliches Abi gemacht habe. Schule und Fussball wäre aus zeitlichen Gründen sonst nicht mehr möglich gewesen, da ich morgens um sieben aus dem Haus musste und abends oft erst gegen 23 Uhr nach Hause gekommen bin. Essen oder Schularbeiten wurden oft auf der Fahrt nach Freiburg im Auto oder Zug erledigt.

Lohn für harte Arbeit

Die abgelaufene Saison (A-Jugend) war bisher die erfolgreichste. Am Vatertag gewannen wir den Südbadischen Pokal gegen den OFV und letzen Samstag war dann der Höhepunkt meiner bisherigen Fussball-Laufbahn, der Gewinn des DFB-Pokals in Berlin. Krönender Abschluss eines klasse Fussballjahres und Belohnung für die harte Arbeit des kompletten Teams.

Auf dem Weg ins Finale musste meine Mannschaft unter anderem zu Holstein Kiel und dem 1. FC Magdeburg reisen und VFL Bochum und Borussia Mönchengladbach zuhause schlagen. Nach dem Gewinn des Halbfinales war der Focus dann nur noch auf das Finale am 19. Mai in Berlin gerichtet.

Botschaften von der Familie

Die Mannschaft flog am Donnerstag, 17. Mai, bereits nach Berlin, um sich einzugewöhnen und auf dem Gelände vor Ort trainieren zu können. Am Freitagabend gab es ein Bankett im Hotel, bei dem beide Mannschaften vorgestellt wurden – mit DFB-Offiziellen, Schiedsrichtern und dem kompletten Trainer- und Betreuerstab. Hier wurde auch vorab das »Objekt der Begierde«, der DFB-Pokal, gezeigt.
Am Spieltag selbst auf der Fahrt zum Olympiagelände bekam jeder Spieler vom Trainer noch ein individuelles Video aufs Handy geschickt. Auf diesem Video ließ der Trainer unsere Eltern, Geschwister, Freunde, Schulkameraden, Bekannte etc. Motivationsbotschaften aufnehmen, die jeden Spieler vor dem Anpfiff noch einmal richtig puschten. Einige von uns hatten Tränen der Freude in den Augen, die Überraschung war der Hammer. Vielen Dank an alle die mir Glück gewünscht haben.
Adrenalin pur Ja, und dann war der Moment gekommen. Einlaufen, Aufstellen und dann die Nationalhymne. Da läuft es einem kalt den Rücken runter. Anspannung und Adrenalin pur.

Beim Anpfiff waren wir alle noch ziemlich aufgeregt, aber wir fanden relativ schnell ins Spiel und es gab auf beiden Seiten gute Torchancen. Mein Team war zeitweise die spielbestimmendere Mannschaft, die Lauterer hatten aber auch sehr gute Chancen und wir zum Glück einen klasse Keeper. So ging es mit einem 0:0 in die Pause.

Dann endlich war der Knoten geplatzt. In der 63. Minute flankte mein Mitspieler und ich konnte das Leder per Flugkopfball im Tor unterbringen. Der Jubel war riesig und wir wollten aber weiter nach vorne spielen. Keine zwei Minuten später hatte ich nochmal eine Chance per Kopfball ein Tor zu erzielen, aber der Lauterer Keeper konnte das gerade noch mit einer sensationellen Parade verhindern. Zehn Minuten vor Schluss mussten wir noch einmal zittern, als die Lauterer den Ausgleich schafften. Wir haben allerdings innerhalb von 70 Sekunden zurückgeschlagen und das 2:1 aus unserer Sicht erzielt, das dann auch der Endstand war.

Als der Schlusspfiff endlich gefallen ist, konnten wir das alles noch gar nicht begreifen. Das Gefühl war überwältigend. Wir sind erst einmal zu den vielen Fans hin, die extra nach Berlin gereist sind und natürlich zu unseren Eltern, Geschwistern, Freunden. Hier durften auch ein paar erste Bilder mit dem Pokal geschossen werden.

Feiern bis die Sonne aufgeht

Die offizielle Pokalübergabe war abends im Olympia­stadion vor dem Spiel von Bayern München gegen Eintracht Frankfurt. Hier wurden wir auf der gleichen Bühne geehrt, wie abends der Pokal­sieger der Profis. Gänsehautfeeling.

Anschließend haben wir noch das Profi-Pokalfinale im Olympiastadion geschaut und sind danach in unser Hotel zurückgekehrt. Dort war Party angesagt, der SC und unser Vorstand, Fritz Keller, der natürlich auch in Berlin mit dabei war, hat alle Eltern, Freunde, Geschwister eingeladen mit uns und unseren Trainern, Physios, Betreuern etc. zu feiern. Hier möchte ich noch erwähnen, dass uns nicht nur die Trainer unseres Jahrgangs unterstützt haben, sondern der SC quasi den kompletten Trainer-/Betreuerstab von der U 12 bis zur U 23 mit nach Berlin genommen hat und auch die Betreiber unseres Clubheims genauso wie der Zeugwart oder die Busfahrer nicht fehlen durften. Hier wird vom Thema »wir sind eine große Familie« nicht nur gesprochen, sondern auch danach gelebt. Vorstand Fritz Keller machte auch noch eine klare Ansage an die Mannschaft: » … heute wird gefeiert! Und dass jemand zu Bett geht, bevor die Sonne wieder aufgeht, das wird nicht geduldet!« Tja – wir haben uns das zu Herzen genommen und danach gelebt.
Am nächsten Tag stand dann noch die traditionelle Fahrradtour in Berlin auf dem Programm, abends sind wir zurückgeflogen, sodass wir gegen 23 Uhr wieder in der Fussballschule in Freiburg angekommen sind. Total k.o. und übermüdet, aber mit unfassbar schönen Erinnerungen und vielen glücklichen Momenten in Gepäck… und natürlich dem DFB-Pokaaaaaal.«