Glück entsteht in der Gemeinschaft

Vortrag von Dr. Bernd Fischer nahm die unterschiedlichen Formen des Glücks und seine Voraussetzungen unter die Lupe

Professor Dr. Bernd Fischer war beim Kneippverein zu Gast und konnte seine Zuhörer wieder fesseln. Sein Thema: »Was ist Glück?«

Er überraschte mit der Feststellung, dass ebenso wie Schmerz und Leid auch Glück in der Gemeinschaft aufgefangen wird. Glück entstehe überwiegend in Kontakt mit anderen Personen. Durch seine Handlungen mache man jemanden glücklich und das wirke auf einen zurück, man erlebe ebenfalls Glück. Albert Camus erkannte sogar Sisyphos als einen glücklichen Menschen, da er seiner Tätigkeit, unablässig einen Stein einen Berg hinaufzurollen und ihn wieder hinunterrollen zu lassen, einen Sinn entnahm und darüber nachdenken konnte. Er gab so dem scheinbar Sinnlosen einen Sinn, das erzeuge Glück.

Professor Fischer stellte unterschiedliche Arten von Glück vor: dummes Glück, gescheites Glück – Urvertrauen in einer kleinen Gemeinschaft lässt Glück entstehen, und es gäbe auch schwieriges, allgemeines Glück oder Nebenwirkungsglück, wenn man etwas tue, das andere glücklich macht. Ein weiterer Faktor, der zum Glück beiträgt, ist Zeit. Man brauche Zeit, um Glück erleben und wahrnehmen zu können. Glück empfinden zu können habe keinen Zusammenhang mit Wohlstand. Allerdings verhindere existentieller Notstand das Glücklichsein. Und der Referent wusste auch: Der Mensch müsse selbst aktiv zum Glücklichsein beitragen, er müsse mit seinen Lebensumständen umgehen können. Auch dabei gehe es wieder um Sinnhaftigkeit: Was ist mir wichtig im Leben? Wie erkenne ich mein Glück?

Der Einzelne müsse seine Grenzen erkennen und die Mitmenschen nehmen, wie sie sind. Dazu gehöre ein gewisses Maß an Großzü-
gigkeit. Eine optimistische Lebenseinstellung, die auch Krankheiten vorbeuge und lebensverlängernd wirke, trage ebenfalls zum Glück bei. Der eine oder andere Zuhörer mag in seinem eigenen Leben unter den verschiedenen Gesichtspunkten Glück gefunden haben.