Christmette in der Pfarrkirche:

Die Botschaft des Engels spüren

Die Christmette am Heiligabend ist ein Höhepunkt im Kirchenjahr. Die Feier in der Zeller Pfarrkirche wurde von Pfarrer Rainer War­neck und Bruder Pirmin Heppner geleitet. Der Kirchenchor unter Leitung von Wolfram Dreher sorgte für einen festlichen musikalischen Rahmen.

Zu Beginn der Christmette war die Kirche nur mit Kerzenlicht, den Lichtern an den Tannenbäumen im Altarraum und der hell angestrahlten Krippe beleuchtet. Pfarrer Warneck zog mit einer großen Schar Ministranten in die Kirche ein. »Wir feiern heute, dass Jesus als Licht, als Retter, in die Welt gekommen ist«, begrüßte Warneck die Gemeinde. Dieses Licht solle in jedem aufgehen, führte er weiter aus.

Im Evangelium wird von der Geburt Jesus im Stall von Bethlehem berichtet. Das Lukasevangelium schildert das Geschehen der damaligen Zeit sehr eindrucksvoll. Danach sang die Gemeinde das entsprechende Weihnachtslied zur Geburt des Heilands: Stille Nacht, Heilige Nacht. Nach dem Abschluss des Wortgottesdienstes wurden alle Lampen im Kirchenraum angestellt.

Pfarrer Warneck ging in seiner Predigt auf das Evangelium ein. Die Meinungsforscher hätten festgestellt, dass bei den Menschen in dieser Zeit das Gefühl der Angst herrscht. Der Engel aus dem Evangelium sagt dagegen zu den Menschen: »Fürchtet euch nicht.« Warneck betonte: »Wenn ich mich umschaue in der Welt, gibt es genug Gründe, Angst zu haben.« Er führte den Terror auf, die Kriege, die Wahlen in Amerika oder persönliche Schicksalsschläge Einzelner. Ist dieser Engel überhaupt von dieser Welt mit seinem »Fürchtet euch nicht?« fragte Warneck. Sind die Verheißungen Gottes nur leere Worte? Warten wir vergeblich auf seine Ankunft?

Warneck machte deutlich: »Gott ist da, aber klein und unauffällig. Wie das Kind, das im Stall zur Welt kommt. Die Gründe sind nicht zu fürchten – sie sind unspektakulärer als die anderen.« Gott schickt uns Zeichen und es braucht Augen des Glaubens, um im Angesicht des kleinen Kindes sagen zu können: Gott der Retter ist da, führte War­neck weiter aus. Die kleinen Zeichen müssten die Christen in ihrem Alltag suchen. Trauernde spüren Trost, Liebe kann aus einem Streit wieder wachsen – solche kleinen rettenden Ereignisse strahlen über die anderen Ereignisse, erklärte Pfarrer Warneck. Es gelte Weihnachten aus der vergangenheitsorientierten Sichtweise herauszuholen in das Heute. Jeder solle in seinem Leben den Retter suchen und die Botschaft des Engels in sich selber spüren, sagte Warneck am Ende seiner Predigt.

Der Kirchenchor erfreute die Kirchenbesucher mit mehrstimmigem Chorgesang von der Orgelempore. Dieter Benson spielte die festliche Orgelmusik. Zur Einstimmung eine halbe Stunde vor Beginn der Christmette sang der Joy & Fun Chorus weih­nachtliche Chormusik verschiedener Epochen. »Machet die Tore weit« – ein Klassiker weihnachtlicher Chormusik mit einem jubelnden »Hosianna« wurde vom Chor eindrucksvoll interpretiert.

u »Mary had a baby« sang Rebecca Moll den Solopart mit ihrer schönen Sopranstimme. Andere Solo wurden von Amelie Dreher und Lisa Zimmermann gesungen. Mit einem fulminanten »Adeste fidelis« beendete der Joy & Fun Chorus seinen Auftritt.