Es trug die Botschaft „Stirbt der Bauernstand … Stirbt UNSER Vaterland!“ Absender war keiner zu erkennen.
Die Buchstaben waren, bis auf UNSER in Schwarz geschrieben. Das Wort „Unser“ war Rot hervorgehoben. Außerdem waren schwarze Kreuze auf das Plakat gemalt und ein schwarz-weiß-roter Streifen in einer Ecke angelegt.
Claus Jilg erinnerte die Farbgestaltung an die Farben der Reichsflagge des Naziregimes. „Ein unsäglicher und verabscheuungswürdiger Vorfall und eindeutig zu verurteilen“, befand er. Er sei ein klares Zeichen dafür, wie weit sich diese menschenverachtende, demokratiefeindliche und rechtsradikale Gesinnung auch in Oberharmersbach bereits breit gemacht habe.
Er zitierte Trainer Christian Streich vom SC Freiburg, der kürzlich sagte, es sei fünf Minuten vor Zwölf. Wer es bis jetzt immer noch nicht begriffen habe und jetzt nicht aufstehe und sich wehre, brauche sich nicht zu beklagen, wenn er am Ende von einer antidemokratischen und faschistischen Gruppierung regiert wird. „Wer glaubt, dass AfD-Wähler zum großen Teil nur Protestwähler sind und dabei die Folgen nicht bedenkt, hat im Geschichtsunterricht wohl nicht aufgepasst. Genau so fing es in der Weimarer Republik an, mit den uns allen noch bekannten Folgen durch die Nazis.“
Jilg schloss mit einem Plädoyer für Zivilcourage: „Es wird höchste Zeit, dass auch wir in Oberharmersbach uns gegen diese rechtsradikale Gesinnung wehren und uns für Toleranz und die freiheitliche demokratische Grundordnung einsetzen und uns gegen Rechtsradikalismus, Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus zur Wehr setzen.“
Bürgermeister Weith hatte dem nichts hinzuzufügen. Er hatte ein Bild des Plakats auf Facebook gepostet und kommentiert.