Nach knapp 25 Minuten war es geschafft. Die über 30 Jahre alte Tanne, in den vergangenen Jahrzehnten eine unter vielen, ragte an die 19 Meter hoch über dem Rathausplatz und verkündete mit ihren Schildern der örtlichen Handwerkern die weithin bekannte Tradition des »Maibaumstellens«.




Der Spielmanns- und Fanfarenzug, begleitet von der Trachtentanzgruppe der Historischen Bürgerwehr, führte den Zug der Zimmerleute an, die mit ihrem Umzug den Maibaum durch das Dorf transportierten. Bevor es ans Aufrichten ging, musste aber noch der »Maibaum-Doktor« gerufen werden. Die Spitze der Tanne schien ob ihrer Vernachlässigung leicht geknickt. Fünf Kabelbinder richteten sie wieder auf, und nachdem die 35 Zimmerleute, verstärkt durch die Zimmermeisterin Katja Rombach, unter dem Kommando von Klaus Lehmann und Rolf Rombach die Tanne aufgerichtet hatten, war vom Malheur hoch oben an der Spitze nichts mehr zu sehen. Die Trachtentanzgruppe, begleitet auf dem Akkordeon von Elfriede Lehmann und Herbert Jilg, bereicherte die Zeremonie mit ihren Tänzen.
Bereits zum zehnten Mal hatte heuer der Wirtschaftskreis Oberharmersbach (WKO) dieses Spektakel organisiert. Als Vertreter des WKO überreichte Martin Lehmann Bürgermeister Richard Weith eine große »Zehner-Brezel«. »Wir feiern gemeinsam ein Fest und tanzen in den Mai«, lud Bürgermeister Richard Weith die Zuschauer ins Festzelt ein. Sein Dank galt allen Beteiligten und Helfern, vor allem Felix Huber als Organisator sowie der Historischen Bürgerwehr mit ihren teilnehmenden Abteilungen, dem Tourismus e.V. und dem Gesangverein »Frohsinn«, der sich für die Bewirtung mit Speis und Trank im Festzelt verantwortlich zeichnete.
Bürgermeister Richard Weith war der Fassanstich vorbehalten. Mit wuchtigen Schlägen traf er exakt das an diesem Abend liebste Tier, den »Zapfhahn«. Die ersten gefüllten Krüge halfen, den Flüssigkeitsverlust bei den Zimmerleuten wieder auszugleichen.
Viel Volk rund um den Rathausplatz zeigte, dass das Fest am Vorabend vor dem 1. Mai von seiner Attraktivität nichts verloren hatte, zumal anlässlich des kleinen Jubiläums auch ein richtiges »Maifescht« auf die Beine gestellt wurde. Rasch füllte sich das Zelt in der Ortsmitte. Die »Bla-Bli-Bla-Blasmusik« unterhielt die Gäste bis zum Datumssprung.