Am vergangenen Freitag waren rund 30 Personen ins Hotel Hubertus in Oberharmersbach gekommen, um sich an den preisgekrönten Naturfilmen von Jürgen Bergmann zu erfreuen und sich während der MundArt-Lesung von Gertrudis Weiß in den alemannischen Sprachraum Baden-Württembergs entführen zu lassen.
Die Begrüßung übernahm Tourismusmanagerin Jill Löffler, die sich über die zahlreichen Gäste aus Oberharmersbach und der Umgebung bis hin nach Offenburg und Schutterwald sehr freute. »Als ich 2012 aus Norddeutschland nach Oberharmersbach kam, hatte ich so meine Probleme den badischen Dialekt zu verstehen. Mittlerweile tue ich mich da zum Glück etwas leichter«, gab sie Preis und überließ anschließend den beiden Künstlern das Wort. »Wir haben uns zufällig im Wald getroffen«, berichtete Gertrudis Weiß, die auf der Schwäbischen Alb aufwuchs, aber seit über 40 Jahren in der Ortenau lebt und Mitglied in der Muettersproch-Gsellschaft und im Verein »Schwäbische MundArt« ist. Jürgen Bergmann aus Berghaupten ist »im wahren Leben« selbstständiger Parkettbodenleger. Seine Filmprojekte entstehen nebenberuflich und vereinen seine Passion zum Film und die Liebe zur Natur. Gemeinsam hatten sie die Idee eine Veranstaltung ins Leben zu rufen, die ihre beiden Künste verbindet. So entstanden die Film-Lyrik-Abende, bei denen Naturfilme gezeigt und – darauf abgestimmt – Gedichte in badisch- und schwäbisch-alemannischer Lautmalerei gelesen werden.
Als Einstieg in die Veranstaltung hatte Gertrudis Weiß das Werk „Narri Narro“ von Hans Flügel aus Singen/Hohentwiel ausgesucht, das in der närrischen fünften Jahreszeit auf keinen Fall fehlen durfte. Es folgte das Stück »Im Paradies« desselben Autors. Auf den Naturfilm »Ortenau von oben«, bei dem man unter anderem die Burgruine Hohengeroldseck aus der absoluten Vogelperspektive erleben durfte, folgte die passende Lyrik, wie etwa »Was isch Heimet« von Wiltrud Pfunder aus dem Markgräflerland. Im Anschluss daran wurden fünf beeindruckende Filme gezeigt. Die Zuschauer kamen in den Genuss eines Sonnenaufgangs am Meer, erlebten die Natur und Tierwelt rund um den Battert und im geheimnisvollen Schwarzwald hautnah, genossen alle vier Jahreszeiten zwischen blühenden und sich unter der Schneelast neigenden Bäumen und erfreuten sich an der Farbenpracht von vielen, vielen Schmetterlingen. Die jeweils dazu passenden Texte wurden von Gertrudis Weiß gekonnt und mit einem hohen Maß an Sprachgewandtheit auf mittelschwäbisch, westschwäbisch, Bodensee-alemannisch, niederalemannisch und hochalemannisch vorgetragen – mal stimmungsvoll, mal verschmitzt und mit einem Augenzwinkern versehen. Zum Abschluss des etwa zweistündigen Abends beeindruckte Gertrudis Weiß mit dem frei vorgetragenen Gedicht »dr Necker« von Sebastian Blau alias Josef Eberle aus Rottenburg und Jürgen Bergmann zeigte den Film »Der Steinbock«, der während der gleichnamigen, spektakulären Klettertour entstanden war, die er zusammen mit seiner Frau Bergit unternommen hatte. Im Namen der Gemeinde Oberharmersbach bedankte sich Jill Löffler bei Gertrudis Weiß und Jürgen Bergmann für den gelungenen Abend mit einem klei-nen Präsent. Auch dem Team des Hotel Hubertus – das die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und die Bewirtung übernommen hatte – galt ihr Dank.