Das traditionelle Konzert der Miliz- und Trachtenkapelle am 2. Weihnachtsfeiertag war für über 600 Besucher in der vollbesetzten Reichstalhalle ein besonderes Erlebnis. Mit lang anhaltendem Beifall und der Forderung nach drei Zugaben belohnte das Publikum die Darbietungen des Orchesters unter seinem Dirigenten Siegfried Rappenecker.




Ein weihnachtlicher Choral stimmte zu Beginn die Zuhörer auf das Konzert ein. Alisa Jilg, die zusammen mit Sebastian Laiblin gekonnt durch das Programm führte, äußerte dabei Gedanken zu »Heimat, Familie und Globalisierung«. Ihr Wunsch war, »offen zu sein für das, was die Welt zu bieten hat«, und dies passte wunderbar zum Motto »Internationale Volkslieder«, mit denen die Kapelle in Melodien und Klängen das Publikum auf eine Weltreise mitnahm. Asien war eine Station mit »Variations on a Korean Folk Song«, Variationen also eines mehr als 600 Jahre alten Volkslieds namens »Arirang«, auch die inoffizielle Nationalhymne Koreas genannt. Zum Auftakt erklang die »Akademische Festouvertüre« von Johannes Brahms, der darin geschickt Studentenlieder einarbeitete (»Wir hatten gebauet ein stattliches Haus« und »Fuchsenritt«), von denen ein Teil später zu Volksliedern wurde. Eine bekannte Melodie klang auch in »Childrens March« von Percy Grainger an, mit dem die Kapelle auf ihrer musikalischen Reise in Irland Halt machte.
Volkslieder drücken die unterschiedlichsten Gefühle und Stimmungen aus, mal wild und ungestüm, dann wieder zärtlich, sanft und verspielt. Der Miliz- und Trachtenkapelle gelang es, den ganzen Facettenreichtum herauszuarbeiten, der in den Werken steckt. So auch in »Abendsegen und Pantomime« aus der Oper »Hänsel und Gretel« (Engelbert Humperdinck) und in »The Hounds of Spring« von Alfred Reed. Trotz eines anstrengenden Jahres mit der erfolgreichen Teilnahme an den Weltmusikfestspielen in Kerkrade war bei der Kapelle keine Müdigkeit zu spüren, im Gegenteil. Sie glänzte vor Spiellaune.
Ein Höhepunkt des Abends war sicherlich das »Concerto for Clarinet« von Artie Shaw, in dem Carina Mark als Solistin ihr exzellentes Können demonstrierte. Einfühlsam und mit hohem technischen Können demonstrierte sie die ganze Klangbreite und Differenziertheit ihres Instrumentes. Mit einem spannenden Stück Musik endete der offizielle Teil des Konzertabends. In »Highlights from Chess«, eine Auswahl aus dem Musical »Chess« von den beiden Abba-Mitgliedern Benny Andersson und Björn Ulvaeus, gelang es dem Orchester überzeugend, den damaligen Ost-West-Konflikt auf dem Hintergrund der Schachweltmeisterschaft klanglich darzustellen. Über die Zugaben haben sich sicherlich auch die vielen Gäste im Publikum gefreut, die Weihnachten in Oberharmersbach verbrachten und eine besonderer Erinnerung mit nach Hause nehmen dürfen.
Auch in diesem Jahr vervollständigten befreundete Instrumentalisten von auswärts den Klangkörper. Vorstandsmitglied Claus Jilg dankte für ihr Mitwirken Anne Baumgartner (Endingen) an der Oboe, Jan-Pieter Sundermeyer (Oberbergen) am E-Piano, am Kontrabass Ulrich Nachtrodt (Gengenbach) und dem Unterharmersbacher Bassklarinettisten Reinhard Kuderer.
Verdiente Musiker und junge Talente
Claus Jilg nutzte den Abend, um dem Publikum namentlich eine Reihe verdienter aktiver Mitglieder vorzustellen, die auf der nächsten Jahresversammlung geehrt werden: Franziska Faißt, Alisa Jilg und Christian Lehmann für 15 Jahre, Martin Isenmann (25 Jahre), Jürgen Armbruster und Ewald Glatz (beide 45 Jahre), Wilhelm Bleier und Landolin Jilg (beide 50 Jahre) und Emil Pfundstein (55 Jahre). Mit den beiden Klarinettistinnen Stefanie Isenmann und Sophia Stange rücken junge Talente nach, denen Jilg zum goldenen Leistungsabzeichen gratulierte, und zum ersten Mal saß Sophia Huber an der Querflöte in den Reihen der »Großen«.
Das Weihnachtskonzert stellt stets ein kultureller Höhepunkt in der Gemeinde dar, was auch die große Zahl der Ehrengäste belegte. Der Einladung gefolgt waren Bürgermeister Siegfried Huber mit Gattin Agnes und sein Amtsnachfolger Richard Weith mit Gattin Anja, Ehrenbürger Otmar Ritter mit Ehefrau Gabi, Pfarrer Bonaventura Gerner, der Ehrenpräsident des Blasmusikverbandes Kinzigtal Gerhard Roth, Stephan Totzke als Vertreter der Volksbank Lahr und Gemeinderäte.
Viele haben wieder zum Erfolg des Konzerts beigetragen, besonders aber Dirigent Siegfried Rappenecker, dem Vorstandsmitglied Michael Gutmann mit einem Präsent dankte und dessen Ehefrau Annette einen Blumenstrauß überreichte. Der Dank galt auch den Mitgliedern der Bärenzunft für die Bewirtung der Gäste.