Es war der Wunsch der Bürgerenergie-Genossenschaft Oberharmersbach (BEO), den Gemeinderat über den derzeitigen Stand und die geplante Weiterentwicklung der Nahwärmversorgung zu informieren.
Vorstand Bernd Zimmermann bezog sich in seinen Ausführungen im Wesentlichen auf die Fakten und Zahlen, die bei der Hauptversammlung im vergangenen Juni für das Jahr 2016 vorgelegt worden waren. »Das Projekt ist auf einem guten Weg«, lautete damals das Fazit. Waren im Januar 2016 erst fünf Gebäude angeschlossen, waren es Mitte des Jahres schon 78, davon bezogen 70 Wärme.
Mit Blick auf die bisherigen Ausgaben des mit rund 2,85 Millionen Euro veranschlagten Projekts konnte Vorstand Zimmermann feststellen, dass man sich im Kostenrahmen bewege. Bei 133 Mitgliedern mit 736 Anteilen belief sich das Geschäftsguthaben zum 31. Dezember auf 368.000 Euro. Für das Jahr 2016 ergab sich zwar ein Bilanzverlust in Höhe von 37 Tausend Euro, 2015 waren es aber noch 61 Tausend Euro. Bei gleichbleibend guter Entwicklung, so die Prognose, könne man ab 2022 schwarze Zahlen schreiben.
In der Gemeinderatssitzung ging Bernd Zimmermann auch auf das Ziel Netzerweiterung ein, denn »je mehr Anschlüsse, umso günstiger kann die Wärme verkauft werden.« Seit kurzem ist die Pfarrkirche Wärmekunde und aktuell erhält das ehemalige Café König einen Anschluss. Vor allem das Wohngebiet Elme haben die BEO-Verantwortlichen derzeit im Blick. Mit Anwohnern wurden schon Gespräche geführt.
Über die Hälfte der Hackschnitzel kommen derzeit aus dem Oberharmersbacher Gemeinde- und Privatwald, was eine wichtige Wertschöpfung für die einheimischen Erzeuger bedeutet. 98,2 Prozent der erzeugten Wärme, so ein Zertifikat, werden durch regenerative Rohstoffe erzeugt, wodurch rund 400 Tausend Liter Heizöl eingespart werden. Um die Ökobilanz noch weiter zu verbessern, soll auf dem Dach des Heizhauses eine Photovoltaikanlage installiert werden, wodurch hauptsächlich der eigene Strombedarf gedeckt werden soll.
Die zahlreichen Fragen aus dem Kreis der Gemeinderäte und auch aus dem gut gefüllten Zuschauerraum belegten das rege Interesse am Nahwärmeprojekt. Am Ende der Ausführungen sprach Gemeinderat Roland Buttgereit den beiden Vorständen Bernd Zimmermann und Rudolf Nock ein großes Kompliment für ihr ehrenamtliches Engagement aus, das auch alle Anwesenden mit Beifall belohnten.