Um im Tourismus möglicherweise neue Akzente zu setzen, hatte die Bürgerliste zu einem Informations- und Diskussionsabend ins Gasthaus »Jägerstüble« eingeladen. Als Referent war Axel Singer, Geschäftsführer der Kur- und Tourismus GmbH aus dem benachbarten Bad Peterstal-Griesbach, dazu eingeladen.
»Als der Kurbetrieb noch boomte, hatte Bad Peterstal über 400.000 Übernachtungen im Jahr«, erinnerte er an bessere Zeiten für den Kurort. Aber da habe man warnende Zeichen nicht erkannt, nicht weiter investiert und wenige Jahre später sei der Ort unter den Mitbewerbern ein »no name«-Ort gewesen.
Es galt also, neue Themen zu finden. Das Wandern sei völlig vernachlässigt worden. Der Dreiklang »Natur, Landschaft, Regionalität« in Verbindung mit einem familienfreundlichen Ort habe sich als zugkräftig erwiesen. »Die drei Premiumwanderwege ›Wiesensteig‹, ›Schwarzwaldsteig‹ und ›Himmelsteig‹ sind Erfolgsmodelle«, verwies Singer nicht ohne Stolz auf die Zertifizierung.
Einfach sei dies nicht gewesen. Axel Singer weiß, wovon er spricht. Oft genug ging er voraus, berufsmäßig oder in seiner Freizeit, aus Idealismus eben. Einer müsse vorangehen und die anderen mitnehmen: Beherbergungsbetriebe, Anwohner, Gaststätten, Landwirte. Die Planung habe sich über anderthalb Jahre hingezogen. »Es ist nicht damit getan, bereits vorhandene Wanderwege, möglicherweise auch breit und geteert, oder vielleicht mit der gelben Raute, einfach umzubenennen«, mahnte der Referent vorab ein klares Konzept an, das sich von anderen Projekten aufhebt.
»Wenn ihr nichts macht, kommt kein Gast«, weiß Singer aus langjähriger Erfahrung. Eine Folgestrategie sei unverzichtbar. Zum einen gelte es, die Wege zu unterhalten, zum anderen dafür Werbung zu machen. Der Besuch auf Messen gehöre ebenso dazu wie die Präsenz in facebook.
Den Einwand, der Markt sei doch irgendwann gesättigt, ließ er nicht gelten. »Da ist Qualitätsoffensive angesagt«, entgegnete er und riet, eben auch die Kommune einzubinden. Varianten für Ansätze gebe es genügend. Bisher sei man noch weitgehend auf Rundwanderwege angewiesen, weil der öffentliche Nahverkehr eben nicht jeden Ausgangspunkt erreiche. Und es spräche auch nichts dagegen, sich mit Nachbargemeinden auf eine Route zu verständigen.
Angesprochen auf die Tatsache, dass Bad Peterstal keinem Verbund angehöre, wusste er deutlich zu beantworten. »Nur der Ort selbst weiß um seine Stärken und Schwächen«, stellte er fest. Da müssten eben die Hausaufgaben gemacht werden. Und in einem Verbund gelte eben der Grundsatz: »Nur wer ständig liefert, hat dort auch eine Plattform.«