Durch die starke Rauchentwicklung, ausgelöst durch eine Verpuffung im Natur- und Technikraum der Brandenkopf-Schule, waren Schüler und Lehrer in den angrenzenden Klassenzimmern eingeschlossen worden. Sie zu evakuieren und die Verletzten zu bergen, stellte eine große Herausforderung für die Feuerwehr auf ihrer Herbstübung am Samstag dar.




Mit vier Feuerwehrfahrzeugen waren die insgesamt 43 Einsatzkräfte schon wenige Minuten nach dem Sirenenalarm um 14.31 Uhr beim Übungsobjekt. Vom 300 Meter entfernten Talbach und einem Hydranten wurde rasch die Wasserversorgung aufgebaut. Atemschutzträger fanden in dem verqualmten Flur des Gebäudetrakts eine verletzte Person vor, die nach der Bergung im Freien kollabierte und von den Helfern des örtlichen DRK versorgt wurde.
Der Rauch war das große Problem, denn die Verletzten konnten nur durch die Fenster im rückwärtigen Gebäudeteil über Steckleitern gerettet werden. Eine Herausforderung stellten dabei die Höhe des Stockwerks und die Kippfenster dar. Durch die schmale Zufahrt wäre kein Platz für den Einsatz einer Drehleiter. Hilfreich für die Feuerwehrleute waren die farbigen Kartons an den Fenstern, die von den Eingeschlossenen angebracht wurden. Grün bedeutete: »Hier ist alles in Ordnung«, der rote Karton dagegen signalisierte: »Hier sind Verletzte.« Seit einigen Jahren, erklärte Konrektor Steffen Matzat, ist diese Art der Information Vorschrift und werde auch in den jährlich stattfindenden Alarmübungen angewendet.
Sechs Lehrer und 50 Schüler beteiligten sich an der Übung. Während die meisten von ihnen gleich nach der hausinternen Alarmierung auf den ihnen bekannten Fluchtwegen das Gebäude verlassen konnten, mussten andere ausharren, bis der Flur mittels eines Gebläses rauchfrei war und sie so gefahrlos ins Freie gelangen konnten. Nach knapp 45 Minuten waren alle Personen in Sicherheit.
Unter der Leitung von Julian Schilli waren zwölf Helfer des DRK Unter-/Oberharmersbach im Einsatz, die bei sechs Personen mit Verbrennungen und Rauchgasvergiftungen eine Erstversorgung leisten mussten. Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr klappte reibungslos.
Viele Zuschauer verfolgten die Übung, darunter auch einigen Alterskameraden und die Gemeinderäte Anja Jilg in Vertretung des terminlich verhinderten Bürgermeisters Siegfried Huber, Anna Rombach und Hubert Müller. Kommandant Dietmar Lehmann und sein Stellvertreter Rainer Lehmann erklärten ihnen die Voraussetzungen und das strategische Vorgehen bei dieser Übung, die einige wertvolle Erkenntnisse für den Ernstfall gebracht hat.