Nordrachs zweiter Seniorennachmittag des Jahres war ganz im Zeichen der Märchen gestanden. Knapp dreißig Seniorinnen und Senioren ließen sich von der Märchenerzählerin Katrin Bamberg in ihre Kindheit zurückversetzen.
Es war ein denkwürdiger Nachmittag für alle Senioren, die gekommen waren. Katrin Bamberg aus Willstätt entführte sie in das wunderbare Land der Fantasie und trug Märchen vor, die fast allen unbekannt waren. Sie war mit einem langen, weinroten Rock und einer weißen Bluse bekleidet, im Haar ein Diadem, fast selbst eine Märchenfee. Waren es die Themen oder ihre anschauliche und leicht zu verstehende Erzählweise? Jedenfalls war es während ihres Vortrags im Saal mucksmäuschenstill.
Zunächst zeigte Katrin Bamberg markante Märchensymbole, die dazu passenden Märchen waren leicht zu erraten: Froschkönig, Aschenputtel und Schneewittchen. Dann begann die eigentliche Märchenstunde, gemessen mit einer Sanduhr, deren Sand die Märchenzeit darstelle, die wir uns schenken, erklärte sie.
Die Märchenmotive selbst handelten wie so oft von Glück und Missgunst, Armut und Reichtum, Hilfsbereitschaft und Liebe. In einer Stunde, von einer Pause unterbrochen, trug Katrin Bamberg insgesamt vier Märchen vor: das seltsamste Ding, das Däumelinchen, die Bauernsöhne mit ihren Zaubertüchern sowie der denkfaule Jack, der alles vermasselte, bis er selbst zu denken begann. Sie schmückte die Geschichten mit Gegenständen und Bildern aus und sorgte für eine bezaubernde Stimmung, die die Zuhörer fesselte.
„Das war wunderbar, und sie hat so schön erzählt“, lobte eine fast neunzigjährige Frau, und dies war an allen Tischen zu hören.
Die Mitglieder der Frauengemeinschaft sorgten wieder für das leibliche Wohl der Gäste.
Der nächste Seniorennachmittag findet in vier Wochen statt, mit Bernd Antes und dem Thema „Engel“. Außerdem zeigt die Trachtengruppe die Kunst des Palmbindens.