Mit der Weihnachtsfeier in der Hansjakob-Halle ließ die Maschinenfabrik Erwin Junker in traditioneller Weise das Jahr ausklingen. Geschäftsführer Rochus Mayer blickte in seiner Ansprache auf ein schwieriges Jahr zurück. Dank einer guten und flexiblen Mannschaft konnte die Junker-Gruppe den wirtschaftlichen Abschwung zum Teil kompensieren, so dass das geplante Konzernergebnis in Relation zum Umsatz erreicht wurde. Entschlossen blickte Rochus Mayer in die Zukunft. Mit dem Projekt »Strategie 2023« werde sich die Junker-Gruppe strategisch und operativ neu ausrichten und effizienter machen.




Firmeninhaber und Gesellschafter Erwin Junker konnte in diesem Jahr nicht an der Weihnachtsfeier teilnehmen. Für ihn verlas Dr. Karsten Schaumann eine Grußbotschaft an die Belegschaft. Nach mehreren Operationen gehe es ihm von Tag zu Tag besser aber es brauche seine Zeit und werde noch eine Weile dauern, bis er wieder gesund ist, ließ Erwin Junker mitteilen. »2019 war kein einfaches Jahr«, stellte Erwin Junker in seiner Grußbotschaft fest. Er sei mit 2019 aber dennoch sehr zufrieden. Erwin Junker sprach sowohl der Konzernleitung als auch den Mitarbeitern Dank und Anerkennung aus. Dies komme auch in der zweiten Sonderzahlung an die Belegschaft zum Ausdruck, die er zum Jahresende freigeben konnte. Nun stehe mit 2020 ein besonderes schwieriges Jahr bevor. Firmenchef Junker zeigte sich sicher, dass es die Junker-Gruppe insgesamt schaffen werde, dass alles gut läuft und das Unternehmen weiterhin gut aufgestellt ist. Mit seinem Dank und seinen Weihnachtswünschen verband Fabrikant Erwin Junker die Hoffnung, »dass wir uns bald in Nordrach wiedersehen«. Die besten Genesungswünsche sprachen sowohl Geschäftsführer Rochus Mayer als auch Betriebsratsvorsitzender Franz-Josef Baumann aus.
Handelsstreit, Brexit und Strukturwandel
»Wir haben zwar geahnt, dass das Jahr schwierig wird, aber dennoch nicht mit diesen Einschnitten gerechnet«, stellte Geschäftsführer Rochus Mayer fest. Der Handelsstreit zwischen USA und China, der Brexit, der Strukturwandel in der Autoindustrie oder die Frage nach der richtigen Antriebsvariante hätten sich auch auf die Junker-Gruppe ausgewirkt. Aufträge seien storniert oder verschoben worden. Nach einem überdurchschnittlichen Jahr 2018 habe man dieses Jahr ein Drittel weniger Umsatz erzielt. Nun hoffe man auf das 1. Quartal 2020. »Viele Maschinen stehen versandfertig in der Halle«, informierte Rochus Mayer.
»Zum Glück haben wir eine gute Mannschaft und konnten rechtzeitig gegensteuern«, stellte Rochus Mayer fest. Dennoch konnte der wirtschaftliche Abschwung nur teilweise kompensiert werden. Erhebliche Auftragsrückgänge gab es in China, Europa sowie Nord- und Südamerika. Als Ausgleich konnte Junker in anderem Märkten zulegen. Mit großem Einsatz habe man in den letzten Wochen versucht, das Umsatz-geplante Ziel zu erreichen, und fast wäre es auch in diesem Jahr noch gelungen. Auch die LTA Lufttechnik und die Tochterunternehmen hätten einen guten Job abgeliefert, lobte Geschäftsführer Mayer. So sei es möglich gewesen, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesamtkonzern eine Sonderzahlung auszuschütten. Diese Nachricht wurde von den Gästen der Weihnachtsfeier mit Applaus quittiert.
Es muss wieder eine Aufbruchstimmung erzeugt werden
Entschlossen und zuversichtlich blickte Geschäftsführer Rochus Mayer in die Zukunft. Mit dem Projekt »Strategie 2023« werde die Junker-Gruppe mittel- und langfristig ihre Spitzenposition am Weltmarkt sichern. Teilweise seien die Maßnahmen schon gestartet. Als wirtschaftliches Maß nannte er das Geschäftsniveau der Jahre 2017 und 2018, wo man spätestens 2022 wieder ankommen wolle.
Um die Junker-Gruppe strategisch und operativ neu auszurichten und effizienter zu machen, habe man einen ganzen Maßnahmenkatalog in fünf großen Bereichen geschnürt. »Es muss wieder eine Aufbruchstimmung erzeugt werden«, motivierte Rochus Mayer seine Zuhörer. Kosten müssten eingespart werden. Gleichzeitig wolle Junker eine neue Produkt- und Qualitätsoffensive starten. Rochus Mayer kündigte an, dass man den Servicebereich weiter verstärken wolle. In diesem Bereich erziele man schon heute fast 40 Millionen Euro Jahresumsatz. Im Service sehe man großes Potenzial für die Zukunft.
»Das alles kostet natürlich Zeit und Geld«, sagte Geschäftsführer Rochus Mayer große Anstrengungen seitens des Unternehmens zu. Er zeigte sich optimistisch, dass Junker auch aus dieser Krise gestärkt hervorgehen werde. Dabei stützte er seine Zuversicht auf die gute und top ausgebildete Mannschaft sowie auf intelligente Ingenieure, Techniker und Kaufleute, die bei Junker beschäftigt sind. Mit einem Altersdurchschnitt von unter 40 Jahren habe man ein noch junges Team. Geschäftsführer Mayer betonte, dass es keinen Klimaschutz ohne innovativen Maschinenbau gebe. Ein wichtiger Faktor sei auch, dass die Junker-Gruppe eigenständig und finanziell unabhängig ist. »Die Konzernleitung wird jedenfalls alles unternehmen, damit Junker auch in Zukunft wieder ein Vorzeigeunternehmen wird, auf das man stolz ist«, betont Geschäftsführer Rochus Mayer und rief der Belegschaft zu: »Packt es an und setzt es um, ich bin überzeugt, ihr könnt es!«
Traditionelle Weihnachtsfeier
»Es ist schön, dass wir nach einem turbulenten und arbeitsreichen Jahr eine solche Feier abhalten können«, stellte Aufsichtsratsvorsitzender Franz-Josef Baumann fest. Geschäftsleitung und Betriebsrat hätten im vergangenen Jahr miteinander gerungen und nicht immer die gleichen Ziele gehabt. »Es war kein Zuckerschlecken«, verdeutlichte der Betriebsratsvorsitzende die Anstrengungen, um Kompromisse oder gemeinsame Positionen zu finden. Man freue sich über die Prämienzahlung für das Jahr 2019, sprach Franz-Josef Baumann den Dank der Belegschaft aus.
Die Weihnachtsfeier der Firma Junker fand in traditioneller Weise in der festlich geschmückten Hansjakob-Halle statt. Für kulinarische Genüsse mit Gänsekeule und Ochsenbraten sorgte die Metzgerei Damm aus Zell. Mit stimmungsvoller und schwungvoller Musik unterhielten Sascha Huber und seine Frau Helga die Gäste der Weihnachtsfeier. Die Freiwillige Feuerwehr Nordrach übernahm den Service in der Festhalle, so dass die große Junker-Familie zum Jahresausklang wieder schöne Stunden verbringen konnte.