Die Neugestaltung der Freiflächen in der Ortsmitte und die Sanierung der Hansjakob-Halle stehen in den kommenden Jahren als große kommunale Aufgaben bevor. Die Bürgerversammlung am gestrigen Dienstagabend war der offizielle Startschuss für die Bürgerbeteiligung im Planungsprozess. 140 Interessierte waren der Einladung gefolgt und ließen sich von Bürgermeister Carsten Erhardt den Projektablauf sowie von Landschaftsarchitekt Andreas Böhringer und Architekt Ludwig Harter den Stand der Planungen erläutern.


Frühestmöglicher Baubeginn für die Freiflächen könnte das Frühjahr 2019 sein. Zwei Jahre später könnte die Hallensanierung beginnen. Abhängig ist dies vor allem auch von der Zuteilung der Landes- und Bundesfördergelder. Bevor es soweit ist, sind nun aber erst noch die Bürger der Gemeinde, der Gemeinderat und auch die Verwaltung mit Bürgermeister Erhardt an der Spitze gefordert, die Planungen soweit auszuarbeiten, dass auf der einen Seite die Wünsche und auf der anderen Seite das finanziell Machbare in Einklang gebracht werden.
Förderquote von mehr als 50 Prozent erreichen »Die Attraktivität Nordrachs soll gesteigert werden«, nannte Bürgermeister Carsten Erhardt als eines der wesentlichen Ziele. Darüber hinaus gehe es um die Optimierung der Infrastruktur, eine barrierefreie Erschließung der Ortsmitte und eine nachhaltige Ortsentwicklung. Bereits im Jahr 2009 wurde die Aufnahme in das Landessanierungsprogramm beantragt. Inzwischen erfolgte ein Wechsel in das Bund-Länder-Programm. Die Durchführungen der beiden Planungswettbewerbe setzen die Chronologie fort.
Aktuell steht bis zum 30. April 2020 ein Förderrahmen von 1,6 Millionen Euro zur Verfügung. Aufstockungsbeträge seien in Vorbereitung, so Bürgermeister Erhardt. Zusätzliche Fördergelder erhofft sich die Gemeinde aus dem Ausgleichstock des Landes sowie aus der Sportstättenförderung für die Hallensanierung. Ziel sei der Erhalt einer Förderquote, die über 50 Prozent liegt.
Zwei Arbeitskreise werden gebildet
»Der weitere Zeitplan hängt von der Zuteilung der Fördergelder ab«, machte das Gemeindeoberhaupt deutlich. Damit die Gemeinde die Gelder beantragen kann, müssen die Vorentwurfsplanungen fertig sein.
Für die weitere Bürgerbeteiligung hat die Gemeinde nun zwei Arbeitskreise gebildet. Der Arbeitskreis »Freiflächengestaltung des Ortskerns« trifft sich am 8. Mai, 29. Mai und am 26. Juni (Ersatztermin). Die Termine für den Arbeitskreis »Sanierung der Hansjakob-Halle« wurden auf den 9. Mai, 30. Mai und 27. Juni (Ersatztermin) festgesetzt. Bereits gestern Abend konnten sich Bürger in Teilnahmelisten eintragen.
Aufgrund der zusätzlichen Förderung durch den Ausgleichstock wurde mit der Sanierung des Rathauses bereits begonnen. Rund 1,2 Millionen investiert die Gemeinde in die energetische Sanierung und die barrierefreie Erschließung des Gebäudes. Die voraussichtliche Förderquote liegt bei über 55 Prozent. Mit Bildern von der Baustelle präsentierte Bürgermeister Erhardt gestern Abend den Blick in den zukünftigen Sitzungssaal. Die Bauarbeiten am Rathaus sollen bis Februar 2018 abgeschlossen sein.
Wettbewerbsplanungen erläutert
Die Sieger der Planungswettbewerbe erläuterten den Nordrachern dann ein weiteres Mal ihre Entwurfsplanungen. Zunächst ging Landschaftsarchitekt Andreas Böhringer auf die Umgestaltung der Freiflächen ein. Hier sei es das Ziel, die Aufenthaltsqualität zu steigern. Die Kosten schätze er auf rund 2,6 Millionen Euro. Darin ist die Sanierung der Brücke zum Kirchplatz und den Hallenvorplatz noch nicht enthalten.
Architekt Ludwig Harter ging auf die Sanierung der Hansjakob-Halle ein. Die Nutzbarkeit soll optimiert und das Gebäude energetisch saniert werden. Durch das neue Foyer und eine neue Dachlandschaft wird sich die Halle auch nach außen verändern. Die Kosten für die Maßnahmen schätzt der Planer auf ca. vier Millionen Euro.
Kann sich die Gemeinde das alles leisten?
Gestern Abend hatten auch die Bürger die Möglichkeit, sich zu den Plänen zu äußern und Fragen zu stellen. Ein Schwerpunkt bildeten dabei die Zweifel, ob sich die Gemeinde dies alles leisten könne. Mindestens neun Millionen Euro wird die Sanierung der Ortsmitte und der Halle kosten. Bürgermeister a.D. Herbert Vollmer forderte deshalb ein Gesamtfinanzierungskonzept und deutliche Abstriche bei der Hallensanierung. In weiteren Redebeiträgen wurde über Details bei der Freiflächengestaltung und der Hallensanierung diskutiert.
Die Gemeinde habe sich durch eine drastische Entschuldung in den vergangenen Jahren auf die Projekte vorbereitet, stellte Bürgermeister Erhardt fest. Ohne eine Kreditaufnahme werde es aber nicht gehen.
Zustimmung erhielt er von Gemeinderat Manuel Echtle. Richtig sei, dass man in Sachen Freifläche und Halle intensiv prüfen müsse, was man brauche und was man sich leisten könne. Er warnte aber auch vor einer halbherzigen Haltung nach dem Motto »das tut’s«. Nordrach habe in den vergangenen Jahren eine gute Entwicklung genommen und das solle auch fortgesetzt werden. Manuel Echtle: »Nun ist die Bevölkerung dazu eingeladen, an den Projekten mitzuwirken.«
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