Die »Sparkasse Wald« funktioniert derzeit nicht mehr. Grund dafür sind die Trockenjahre 2018 und 2019, die in den Wäldern zu erheblichen Schäden geführt haben. Die riesigen Schadholzmengen haben zu einem Absturz der Holzpreise geführt. Gleichzeitig ist das Ernten einzelner abgestorbener Bäume viel aufwändiger als der planmäßige Holzhieb.
Forstbezirksleiter Simeon Springmann und Förster Klaus Pfundstein schilderten dem Gemeinderat den Vollzug der Betriebsjahre 2017 und 2018 und legten den Forstbetriebsplan 2020 für den Biberacher Gemeindewald vor. Im Jahr 2017 wurden 1.880 Festmeter Holz eingeschlagen und ein Betriebsergebnis von 55.400 Euro erwirtschaftet. Im Jahr 2018 wurden 2.340 Festmeter Holz eingeschlagen, das Betriebsergebnis sank dennoch auf 41.200 Euro. Einziger Trost für die Gemeinde: Der Gewinn lag 6.200 Euro über dem Planansatz.
Auch für das laufende Jahr 2019 erwarten die beiden Forstmänner ein positives Betriebsergebnis von rund 39.000 Euro. 42 Prozent des Holzeinschlags entfallen auf die zufällige Nutzung. Die aktuellen Rahmenbedingungen führen dazu, dass die Gemeinde Biberach im Betriebsjahr 2020 mit keinem Gewinn rechnen kann. Es sollen 1.600 Festmeter Holz eingeschlagen werden. Den Erlösen in Höhe von 34.600 Euro stehen Ausgaben in der gleichen Höhe gegenüber. »Rechnen sie mit einer schwarzen Null«, bereitete Förster Klaus Pfundstein die Gemeinderäte auf ein mageres Jahr vor.
Zwei Trockenjahre hinterlassen deutliche Spuren
Forstbezirksleiter Simeon Springmann erläuterte den aktuellen Waldzustand. Die beiden Trockenjahre 2018 und 2019 haben im Wald erhebliche Schäden hinterlassen. Im Ortenaukreis herrsche eine moderate Dürre, in Norddeutschland sogar eine extreme Dürre. Gemessen wird die Bodenfeuchte in 25 Zentimeter und in 1,80 Meter Tiefe. »Die Bodenspeicher werden nicht aufgefüllt. Es herrscht Wasserdefizit«, berichtete der Forstbezirksleiter. Selbst tief wurzelnde Tannen haben nun Probleme.
»An der Eichhalde gibt es bereits viele rote Bäume«, beschrieb Simeon Springmann die Dürrekrise im Wald. Den abgestorbenen Bäume drohe zugleich die Gefahr des Käferbefalls. Auch Laubbäume würden nun schon an ihre Grenzen kommen. »Trockenheit kann man nicht ändern«, machte er die hilflose Lage deutlich.
Inzwischen gebe es riesige Mengen Schadholz, was auf die Preise drückt. Der Erlös für die Leitsortimente Fichte/Tanne sei im Jahr 2019 von 90 auf ca. 60 Euro abgestürzt. Extrem niedrig sei der Preis für Holz, das in den Export nach Asien geht. Hier werden nur 40 bis 50 Euro je Festmeter erlöst, war zu erfahren. Das Holz werde in einem provisorischen Lager am Biberacher Kreisel Richtung Zell zwischengelagert.
Deutlich besser sei der Holzpreis für Douglasien. Dieses Holz sei weiterhin sehr gefragt und bringe kapp 100 Euro je Festmeter. Die Planungen sehen vor, dass im Jahr 2020 im Biberacher Gemeindewald 800 Douglasien gepflanzt werden. Der Gemeinderat stimmte dem Bewirtschaftungsplan einstimmig zu.
Aufforstungsantrag genehmigt
»Wir müssen das Einvernehmen erteilen«, machte Bürgermeisterin Daniela Paletta die rechtliche Lage zu einem Aufforstungsantrag im Prinzbacher Obertal deutlich. Gespräche mit dem Grundstückseigentümer seien nicht zustande gekommen, berichtet Ortsvorsteher Klaus Beck. Bedauerlich sei, dass es sich hier »um die schönste Fläche im Obertal« handle und dass andere Landwirte Interesse daran hätten, diese zu pachten. Das Landwirtschaftsamt hatte der Gemeinde mitgeteilt, dass gegen die Aufforstung der 1,95 Hektar großen Fläche keine Versagungsgründe ersichtlich seien. Der Gemeinderat folgte mit acht Ja-Stimmen, bei vier Nein-Stimmen und einer Enthaltung dieser Vorgabe.
Grundstück verkauft
Im Ortsteil Prinzbach hat die Gemeinde Biberach ein weiteres Baugrundstück verkauft.
Falscher Vorname
Bei unserem gestrigen Bericht über den Biberacher Gemeinderat wurde ein falscher Name genannt. Die Kritik an der Gemeindeverwaltung wurde im Rahmen der Bürgerfrageviertelstunde von Erwin Kammerer geäußert. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.