Der Pfingstsonntag stand in Prinzbach ganz im Zeichen des Feuerwehrjubiläums. Viele Prinzbacher und Biberacher, aber auch viele Feuerwehrkameraden aus den Nachbarorten und zahlreiche Besucher kamen zur Geburtstagsfeier der Prinzbacher Abteilungswehr und der Biberacher Jugendfeuerwehr. Höhepunkte des Tages waren der Festgottesdienst am Sonntagmorgen und nachmittags die große Schauübung des Feuerwehrnachwuchses.
















»Am besten wir bräuchten Euch nicht, aber es ist gut, dass es Euch gibt«, begrüßte Pfarrer Alfred Haas die Erwachsenen der Prinzbacher Feuerwehr und die Kinder der Biberacher Jugendfeuerwehr zum Festgottesdienst in der »St.-Mauritius«-Kirche. Allen Aktiven sagte Pfarrer Haas ein »herzliches Vergelt’s Gott« für ihre Einsatzbereitschaft rund um die Uhr und für ihren Dienst im Ernstfall. Die Pfingstbotschaft ermutige dazu, aus der Kraft Gottes das Gute zu fördern und das Böse zu wehren. Genau dafür stünden auch die Mitglieder der Feuerwehr.
»An Pfingsten kommt die österliche Knospe zur Blüte«, nutzte Pfarrer Haas in seinen Predigtworten zum Pfingstfest das starke Bild der Knospe, um den Sinn des kirchlichen Festtages zu verdeutlichen. So wie die Knospe wachsen, reifen und Früchte tragen wolle, so solle auch der christliche Glaube zu Hoffnung, Zuversicht und neuem Leben führen. In jedem Gläubigen stecke die göttliche DNA, jeder verstehe die Sprache des Friedens, der Versöhnung und der Liebe. Den versammelten Gottesdienstbesuchern und auch den Floriansjüngern wünschte Pfarrer Haas, dass sie aus dem Geist Gottes neue Kraft schöpfen, denn das Leben bestehe nicht nur aus Festen sondern auch aus dem Alltag.
Die Fürbitten des Pfingstsonntags wurden von den Prinzbacher Feuerwehrmännern Pirmin Huber und Frank Becherer gelesen. Die Bitten galten unter anderem für Menschen, die in Not und Bedrängnis sind, für die Einheit der Gläubigen und auch für die verstorbenen Kameraden der Feuerwehr. Die Lesung aus dem Brief des Apostel Paulus an die Korinther hatte Lydia Lehmann von der Biberacher Jugendfeuerwehr vorgetragen.
Musikalische Geburtstagsgeschenke für die Feuerwehr
Nach dem Festgottesdienst zog es die Besucher in das Festzelt zum Frühschoppen. Die Musikkapelle Prinzbach-Schönberg unter der Leitung von Dirigent Stefan Griesbaum hatte für die beiden Jubiläumswehren einen bunten Strauß musikalischer Geburtstagsgeschenke mitgebracht. Passend zur Atmosphäre stimmten die Dorfmusikanten Marsch und Polka an und sorgten so zwei Stunden lang für beste Unterhaltung. Auch solistische Einlagen durften dabei nicht fehlen. Unter anderem glänzten bei dem Musikstück »Großvaters Uhr« Klaus Beck am Tenorhorn und Christine Volk an der Piccoloflöte im Dialog als Solisten. Bei der Polka »Feuerfest« sorgte Friedrich Roser am Amboss für den hell klingenden Rhythmus.
Im »Löscheinsatz« waren am Festsonntag die Feuerwehrkameraden aus Biberach, die die Bewirtung der Gäste übernommen hatten. Die Prinzbacher Landfrauen verwöhnten die Besucher mit ihren feinen, hausgemachten Kuchen. Eine besondere Torte hatten die Landfrauen für den frisch gebackenen Ehrenkommandanten Thomas Echtle kreiert. Aus den Händen von Christa Schmieder, Karin Roser und Gerlinde Echle durfte er eine »Currywurst-Torte« entgegennehmen. Und die Zusage, dass er ab sofort in den Kreis der Prinzbacher Landfrauen aufgenommen ist.
Jugendfeuerwehren von Biberach, Zell und Steinach übten gemeinsamen
Während im voll besetzten Festzelt die Dorfgemeinschaft mit der Feuerwehr den 75. Geburtstag feierte, waren auf der Dorfwiese die Jugendlichen der Biberacher Feuerwehr unermüdlich im Einsatz. Am Infostand ließen sie Interessierte wissen, wie sie ihre Freizeit sinnvoll gestalten. Viel Spaß bereitete den Kindern das Geschicklichkeitsspritzen mit dem Feuerwehrschlauch.
Am Nachmittag setzte dann Jugendwart Michael Weng von der Jugendfeuerwehr über die Telefon-Nummer 112 den Notruf ab: Im Bauernhof der Familie Berger ist ein Brand ausgebrochen. Dichte Rauchschwaden drangen aus dem Gebäude, die Sirene alarmierte die Einsatzkräfte und die Bevölkerung. Anschaulich erklärten Michael Weng und Thomas Leopold von der DRK-Ortsgruppe Biberach das weitere Szenario der Schauübung. Zwei Personen wurden im Stall durch herunterfallende, brennende Teile verletzt, zwei weitere Personen mussten vom Balkon gerettet werden. Außerdem mussten das große Hackschnitzellager und das Leibgedinghaus mit einer Riegelstellung vor den Flammen abgeschirmt werden.
Jugendfeuerwehrmann
Tim Büdel hatte als Zugführer und Einsatzleiter die Aufgabe, den Einsatz alle Jugendfeuerwehrkräfte zu koordinieren. Vom ersten Einsatzkommando bis hin zum abschließenden »Wasser halt«, hatte er eine große Aufgabe zu bewältigen. Wie bei einem Großbrand üblich, erhielt die Jugendfeuerwehr Biberach von den Jugendwehren aus Zell und Steinach Unterstützung. Insgesamt zeigten 45 Einsatzkräfte, dass sie die Handgriffe für den Ernstfall schon gut gelernt haben. Auch die Jugendrotkreuz-Mitglieder versorgten mit Unterstützung der Erwachsenen DRK-Helfer die vier Verletzten fachgerecht.
»Die Jugendfeuerwehr übt alle 14 Tage immer mittwochs«, warb Jugendwart Michael Weng in eigener Sache. »Spiel, Spaß und die Kameradschaftspflege stehen bei den Übungsnachmittagen der Jugendlichen im Vordergrund«, ergänzte Thomas Leopold vom DRK. Er betonte, dass die Kinder bei der Ausbildung etwas für sich selbst, für ihre Zukunft und in manchen Fällen sogar etwas für ihren Beruf lernen können.
Am Ende der anschaulichen Übung gab es großen Applaus von den zahlreichen Zuschauern. Auch Gesamtkommandant Klaus Disch, der zu den interessierten Beobachtern zählte, hat viel Lob für den Feuerwehrnachwuchs parat. Und wie bei den Großen waren die Jugendfeuerwehrkameraden dann als Dank für ihren Einsatz von ihren Prinzbacher Kameraden zu einem gemeinsamen Essen ins Festzelt eingeladen. Dort nahmen am späten Nachmittag die »Geroldsecker Musikanten« auf der Bühne Platz und sorgten für einen unterhaltsamen Ausklang des Pfingstsonntags und des gelungenen Feuerwehr-Doppeljubiläums.